Versuchter Angriff auf Präsidenten

Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski verweilt zurzeit in der Ukraine. Es geht um die Feierlichkeiten in Verbindung mit dem 70. Jahrestag des Massakers in Wolhynien (Ukraine). Damals starben ca. 100.000 Polen – am Freitag gedachte der Sejm den ermordeten Polen.

In der Stadt Luzk nahm Komorowski heute an einem Gottesdienst zum Gedenken der Ermordeten teil. Dabei kam es zu einem Zwischenfall – beim Verlassen der Kathedrale nach der Messe versuchte ein junger Mann, den Präsidenten mit Eiern zu bewerfen. Der Angreifer wurde gefasst, so meldete die Nachrichtenseite tvn24.pl. Näheres dazu ist noch nicht bekannt.

Feierlichkeiten ohne Janukowytsch

Schon im Vorfeld zu Komorowskis Visite traten Spannungen auf – so kündigte der ukrainische Präsident Wiktor Janukowytsch an, nicht an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Vertreten wird er durch Vize-Premierminister Kostjantyn Hryschtschenko. Auch protestierten viele Politiker in dem Nachbarland Polens gegen den Besuch.

Aus Angst, die Beziehungen zur Ukraine stark zu belasten, haben einige polnische Politiker dafür gekämpft, das Massaker in Wolhynien als ethnische Säuberung mit den Kennzeichen eines Völkermordes und nicht als Völkermord zu bezeichnen. Eine entsprechende Erklärung dazu wurde vom polnischen Parlament verabschiedet. Andere Politiker halten es nicht für möglich, auf Basis von Lügen ein partnerschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe mit der Ukraine aufzubauen. Sie führen an, dass auch die Deutschen nach dem II. Weltkrieg ihre Verbrechen aufarbeiten und sie als solche deutlich benennen. Wieder andere halten die Bezeichnung Völkermord für übertreiben, wenn man den Völkermord an den Juden durch die Deutschen zu den Massenmorden in der Ukraine in Relation setzt.

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