Verurteilter Senator auf Kaution entlassen

Heute entschied ein Berufungsgericht in Posen, dass Henryk S. auf Kaution freikommen kann – davor muss er allerdings ca. 1,25 Millionen Euro als Kaution hinterlegen. Eine weitere Auflage ist das regelmäßige Melden bei der Polizei und das Verbot von Auslandsreisen

Henryk S. wurde Ende Februar dieses Jahres verurteilt; ein Kreisgericht in Posen sprach ihn schuldig, im Zeitraum von 1989 bis 2005 illegalerweise Steuererleichterungen durch die Bekanntschaft mit einem Beamten und einem Richter erhalten zu haben – der Steuervorteil soll in die Millionen gehen. Verurteilt wurde er zu acht Jahren Haft und einer Geldstrafe von über 100.000 Euro. Das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig, Henryk S. ist in Berufung gegangen.

Laufbahn als Politiker und Unternehmer

Bekannt wurde Henryk S. durch seine Tätigkeit als Politiker – von 1989 an bis 2005 war er Abgeordneter der zweiten Kammer des polnischen Parlaments, dem Senat. In den ersten Wahlen in der Zeit der Transformation 1989 zog er als einziger unabhängiger Kandidat durch einen relativ teuren Wahlkampf in den Senat ein. Als Unternehmer wurde S. durch Landwirtschaftsprodukte und Fleischerzeugnisse reich. Sein Vermögen wird auf rund 200 Millionen Euro geschätzt, was ihn zu einem der reichsten Polen macht.

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