Wirtschaftsaussichten 2016/17: Polen auch in der Zukunft ein Wachstumsmotor in der EU

Auch in der neusten Frühjahrsprognose der EU-Kommission gehört Polen zu den wachstumsstärksten Mitgliedsstaaten. Dabei soll das starke Wachstum der polnischen Wirtschaft, trotz der schlechten globalen Wirtschaftslage bis mindestens Ende 2017 anhalten. Doch weckt die innenpolitische Lage vor allem jenseits des Atlantiks Misstrauen gegenüber der polnischen Wirtschaft.

WarschauIn ihrer aktuellen Frühjahrsprognose geht die EU-Kommission von einem sich verlangsamenden Wachstum der Weltwirtschaft und der Wirtschaft in Europa aus. In der EU soll sich das BIP-Wachstum nach 2,0 Prozent 2015, auf 1,8 Prozent 2016 verlangsamen, um anschließend im Jahr 2017 wieder auf 1,9 Prozent zu steigen. In der Eurozone soll das Wirtschaftswachstum ein bis zwei Prozentpunkte niedriger ausfallen. Die EU-Kommission geht dabei davon aus, dass die Wachstumsimpulse verstärkt aus dem EU-Binnenmarkt kommen werden und kommen müssen, da sie weiterhin von einem niedrigen Wachstum der Weltwirtschaft ausgeht.

Ihre Prognose für Polen fällt dabei durchwegs positiv aus. Das polnische reale BIP ist 2015 durchschnittlich um 3,5 Prozent gewachsen. Bis 2017 soll sich das Wachstum des realen BIP ebenfalls bei 3,5 Prozent bewegen. Dies ist insofern beachtlich, da die polnische Wirtschaft sehr robust durch die Währungskriese gekommen ist und somit keine Aufholeffekte zu beobachten sein werden. Auch zeigt die Prognose, dass sich die polnische Wirtschaft 2016/17 stärker als die der direkten Nachbarn entwickeln wird. Nur Rumänien, die Slowakei, Luxemburg und die baltischen Staaten können mit einem stärkeren Wachstum 2016/17 rechnen.

Die polnische Binnennachfrage, sowie die Konsumausgaben sollen sich 2016/17 ebenfalls bei etwa 3,8 Prozent bewegen und wären damit fast doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt.

Was die Investitionsausgaben anbelangt, so sollen sie von 7,1 Prozent 2015 auf 4,5 Prozent 2017 sinken. Vom starken Rückgang sollen 2017 vor allem Investitionen in Geräte betroffen sein.

Die öffentlichen Ausgaben sollen nur geringfügig von 4,4 Prozent 2016 auf 4,6 Prozent 2017 steigen. Die Arbeitslosenquote soll von 7,5 Prozent 2015 auf 6,5 Prozent 2017 weiter fallen. Die realen Löhne sollen 2016 um 3 Prozent und 2017 um 2,5 Prozentpunkte steigen und damit fast dreimal so hoch wie im EU-Durchschnitt (1,2 Prozent 2016 und 0,8 Prozent 2017). Die Arbeitsproduktivität soll 2016/17 um fast 3 Prozent steigen und damit dreimal so stark wie im EU-Durchschnitt. Die Verschuldung soll von 51,4 Prozent des BIP auf 53,5 Prozent steigen, was vor allem mit den Sozialausgaben der Regierung von Recht und Gerechtigkeit (PiS) zu tun hat.

Die Innenpolitischen Konflikte zeigen keine direkte Wirkung auf die Wirtschaft  

Die EU-Kommission geht in ihrer Analyse von der aktuellen Regierungspolitik sowie von bereits beschlossenen Maßnahmen aus. Daher scheinen die innenpolitischen Konflikte vordergründig kaum Auswirkungen auf die polnische Wirtschaft zu haben.

Doch wird die politische Entwicklung Poles vor allem jenseits des Atlantiks kritisch beäugt. So behält Polen zwar sein gutes Rating bei den US-Ratingagenturen, doch stufte zuletzt die US-Ratingagentur Moody’s das Rating Polens von A2 stabil auf A2 negativ, nachdem bereits Standard and Poor 2016 das Rating Polens von A- auf BBB+ gesenkt hatte. Beide Ratingagenturen verwiesen auf die innenpolitische Lage Polens.

Bild: Warschau  // (cc) Lukas Plewnia / polen-heute.de [CC BY-SA 2.0] / Flickr

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6 Antworten auf "Wirtschaftsaussichten 2016/17: Polen auch in der Zukunft ein Wachstumsmotor in der EU"

  1. Patriota sagt:

    Ich kann mich noch erinnern wie behauptet wurde, von Anti-PiS-Bürgern sprich, PO Anhängern das die Wirtschaft von Polen durch die PiS ruiniert wird, und ich von einem User gebilligt wurde keine “Ahnung“ über die Wirtschaft zu haben.

    Nun bestätigt sich das was aus Sicht Polens und der Welt logisch ist, dass die Wirtschaft Polens weiterhin einer der am schnellst wachsenden Europas ist. 🙂

    Und dies äußerte ich auch in einem anderen Bericht, dass Polen Wirtschaftlich stätig wachsen wird, was die Wirtschaft angeht. 🙂

    Danke an “Polen-Heute“, damit bestätigen sich meine Aussagen. 🙂

    • Deutsch-Pole sagt:

      Sie verkennen die Tatsache, dass der Markt – insbesondere Branchen wie die Bau- und Immobilienwirtschaft – oft verzögert auf politisch-strukturelle Veränderungen reagiert. Positive Auswirkungen können noch lange nachwirken während negative Auswirkungen erst verspätet einen Effekt zeigen können. Große und langfristige Investitionen die zuvor getätigt wurden können nicht mehr oder nur sehr verzögert zurück genommen werden, neue Investitionen dagegen können dagegen ausbleiben und deren Fehlen sich erst später bemerkbar machen. Die aktuelle Regierung ist gerade mal etwas mehr als ein halbes Jahr an der Macht. Wir sprechen also besser noch mal zur Halbzeit oder am Ende der Legislaturperiode darüber. Zum aktuellen Zeitpunkt ist jegliche Analyse und Prognose reine Kaffeesatzleserei.

    • Andrzej sagt:

      Polen wächst nicht mit Hilfe der neuen Regierung. Die Weichen hat die alte Regierung gestellt und die neuen Profitieren davon. Die Wirtschaft hat sich aber verlangsamt. Wem ist das Wachstum zu verdanken? Den Konzernen die Investieren. Das ist kein Wachstum welche dirch die neue Regierung geschieht. Aber erzählen dass die alte Regierung Polen verkauft hat. Nähe Wroclaw will Mercedes übrigens 500 Mio Investieren in eine Motorenproduktion. Die Rahmenbedingungen müssen aber noch ausgehandelt werden. So funktioniert das auch in naher Zukunft noch. Und da wird PiS mitspielen und keine besseren Deals aushandeln wie Po. Wenn sie aber mit Investoren so umgehen wie mit Eu und Politgegnern, dann werden sie lernen müssen wie Investoren und Netzwerke eng mit der Internationalen Politik verknüpft sind. Das ist dann aber ein pasr Stufen zu hoch für ein paar nationalistisch Konservative Politiker welche denken dass sie mit ein wenig Finanzgeschenken eine starke Front aufbauen können und einem tollen Land so nur Schulden generieren und es vom rest der Welt Isolieren.

  2. Andrzej sagt:

    Solange der Export weiter so boomt wird Polen wachsen. Um dies zu halten wird Pis genau gleich handeln wie deren Vorgänger. Kommuniziert wird natürloch anders. Dafür hat man ja mit der Medienübernahme und dem lahmlegen des Verfassungsgerichtes schon gesortgt. In anbetracht dessen dass die Staatsverschuldung pro Jahr um ca 2,4 % zunimmt müssen halt die nachfolger wieder die bösen sein und die Schulden amortisieren.

    • Slawomir. sagt:

      Die letzen Kommentare sind Schrott. PiS verkauft keine Polen für paar stellen in dem Europaparlament. Hat auch kein Euro, die durch stärkeren Gesteuert wird. Ausserdem hat dem Menschen Kindergeld endlich gegeben was der andere Regierung nicht konnte.Pis führt pro Familie Politik, was sich immer gut auszaehlt ! Endlich ist Polen Polen. Und nur zum veegleich:Hier zu Lande ist VW mit dem betrug weiter gekommen das Land kann Milliarden sparen und den Menschen nichts weiter geben. Deutsche Werften sind weiter von dem deutschen Regierung mit dem Millionen unterstützt, frage wo ist die Eurpeischeunion?Polnische Symbol Werft musste pleite gehen, angeblich darf nicht bevorzugt werden. Ist es Demokratie es erinnert mich stark an Kommunismus. Zusammenbau von Nordstram 2,mit Rußland hier angeblich hat deutsche Regierung nichts zu sagen, ist „Bisnes „?!Schauen Sie mal Spanien, Portugal, Italien, Grece Komische weiße alle sind pleite die industrie ist dort kapput gemacht werden…. kapput, aber nur einen Land geht es gut. Nicht das ich lache. . Ist es gut? Mal sehen
      Ps:entschuldigen sie Miene Grammatik habe nur 3 Jahre Deutsch gelernt. Danke.

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