Zerwürfnis der Linken

Kaum hat sich eine neue Formation gebildet, genannt Europa Plus , die mit dem Anspruch auftritt, linke Kräfte zu bündeln; erleidet sie eine Niederlage nach der nächsten.

Heute fragen sich polnische Medien, ob der führende Kopf der Wahlliste, Ex-Präsident Aleksander Kwasniewski, 2014 für das EU-Parlament kandidieren wird. Und zwar scheint es im Umfeld von Europa Plus Missverständnisse und den Mangel einer einheitlichen Linie zu geben. Ryszard Kalisz sagte, dass Kwasniewski auf keinen Fall kandidieren wird. Dieses bestritt jedoch Marek Siwiec, der Vorsitzende von Europa Plus, umgehend. Kwasniewski selbst sagte daraufhin, dass er noch nicht kandidieren will, die Situation könne jedoch in zwölf Monaten anders aussehen.

Europa Plus – ein katastrophaler Start

Doch schon von Beginn an scheint Europa Plus Probleme zu haben. Zuerst wurden Vereinigungsversuche im linken Lager durch den Streit zwischen Linken-Politiker Ryszard Kalisz und dem Parteichef des Bundes der demokratischen Linken (SLD) Leszek Miller überschattet. Kalisz musste letztendlich die SLD verlassen – seine politische Zukunft ist trotz extrem hoher Beliebtheitswerte in der polnischen Bevölkerung ungewiss.

Einige Zeit später stellte Europa Plus ihre Experten und Unterstützer sowie die programmatische Ausrichtung vor. Doch die Medien konzentrierten sich auf den persönlichen Zustand von Aleksander Kwasniewski, der die Vorstellung übernahm. Der ehemalige Präsident wirkte leicht ermüdet – Medien suggerierten, er wäre möglicherweise angetrunken gewesen. Schon auf anderen Veranstaltungen sind solche Vermutungen aufgekommen, gegen die sich Kwasniewski stehts zur Wehr setzte. Außer Anschuldigungen konnten ihm keine Versäumnisse nachgewiesen werden.

Auch die linksliberale Palikot-Bewegung (RP), einer der Grundpfeiler der neuen Wahlliste, ist angeschlagen. Nach einem Streit mit der Vizemarschallin Wanda Nowicka hat der RP-Gründer Janusz Palikot an Beliebtheit und Akzeptanz in der Bevölkerung und auf dem politischen Parket eingebüßt. Publizisten und Medien warfen ihm sexistische Äußerungen gegenüber Nowicka vor.

Nun scheint es, dass die Wahlliste Erfolge vorweisen muss, um an Akzeptanz in der Gesellschaft zu gewinnen. Vielleicht können dabei namhafte Experten wie der Philosoph Jan Hartman helfen, der das Bündnis unterstützt.

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