77. Jahrestag des Untergrundstaates

Im besetzten Polen wollten sich die Bürger im Zweiten Weltkrieg von den Okkupanten nicht unterdrücken lassen. Vor genau 77 Jahren ist der Polnische Untergrundstaat unter der polnischen Exilregierung gegründet worden. Die Feierlichkeiten fanden in Warschau statt.

Symbol-der-polnischen-WiderNach der Wiedergewinnung der Unabhängigkeit im Jahre 1918 konnten sich die Polen nur relativ kurz darüber freuen. Im September 1939 ist der polnische Staat wieder okkupiert worden. Doch diesmal ließen sich die polnischen Bürger nicht so leicht bekämpfen. Am 27. September 1939 ist der Polnische Untergrundstaat gegründet worden unter einer legalen Regierung – der Polnischen Exilregierung.

Die wohl bekannteste Organisation des Untergrundstaates war die Polnische Heimatarmee (AK). Der Polnische Untergrundstaat hatte aber ebenfalls eine eigene geheime Administration und weitere Institutionen: Regierung, Staatsanwaltschaft, Schulwesen, Kultureinrichtungen und Verlage. Die Exilregierung stationierte sich zunächst in Frankreich, dann ab 1940 in England.

Der Helden der damaligen Zeit aus dem Untergrundstaat gedachten heute in der polnischen Hauptstadt Sejmmarschall Marek Kuchcinski und die Oberbürgermeisterin von Warschau Hanna Gronkiewicz-Waltz. Kuchcinski sagte, dass Polen damals durch die Begründung des Untergrundstaates der Welt gezeigt habe, von welch großer Bedeutung die Existenz des polnischen Staates für die Polen war – eines unabhängigen Staates, ohne fremde Einflüsse. Kuchcinski betonte, dass die Staatlichkeit, die Freiheit und Unabhängigkeit die größten Werte seien. Der Polnische Untergrundstaat sei eine der größten Perlen der 1050-jähriger Geschichte Polens.

Die Oberbürgermeisterin Gronkiewicz-Waltz sprach in ihrer Rede den Alltag eines normalen, durchschnittlichen Warschauers damaliger Zeit an. Junge Leute wollten lernen, zur Schule gehen, ohne dabei zu wissen, wie lange sie noch am Leben bleiben würden. Sie wollten ihr normales Leben weiter führen, ohne die Kriegsjahre zu verlieren und dies, obwohl jedes Hausverlassen mit dem Tod enden konnte – betonte Gronkiewicz-Waltz.

Währen der Feierlichkeiten sind auch die offenen Briefe vom Staatspräsidenten Andrzej Duda und der Premierministerin Beata Szydlo vorgelesen worden. In beiden Briefen ist noch mal betont worden, dass der Polnische Untergrundstaat ein Phänomen in Europa sowie auf der ganzen Welt war. Durch die Berufung geheimer Organisationen und der Exilregierung konnte der polnische Staat in Wirklichkeit ununterbrochen existieren und die Nationalidentität konnte erhalen bleiben.

Die Feierlichkeiten fanden heute in Warschau bei dem Denkmal des Untergrundstaates und der Heimatarmee statt.

Bild: Symbol der polnischen Widerstandsbewegung, Polska Walczaca (Kämpfendes Polen) // (cc) Lukas Plewnia / polen-heute.de [CC BY-SA 2.0]

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