Älteste Moschee in Polen zerstört

Polen ist in ganz Europa für seinen katholischen Charakter bekannt. Laut den Stereotypen sollen die polnischen Katholiken auch nicht besonders tolerant gegenüber anderen Religionen sein. Die Ereignisse in der letzten Nacht werden auch nicht helfen, diese Stereotypen zu widerlegen. Die älteste polnische Moschee und der nahe gelegene Friedhof wurden von einer Gruppe unbekannter Vandalen verwüstet und mit beleidigenden Sprüchen beschmiert.

Obwohl die meisten polnischen Bürger katholisch sind, gibt es in dem Land Gebiete, die Menschen anderer Religionen bewohnen. Ein Beispiel dafür ist die Woiwodschaft Podlachien, wo die meisten polnischen Orthodoxen und Muslime wohnen. In dieser Woiwodschaft leben unter anderem die Nachkommen der polnischen Tataren – einer Volksgruppe türkischer Herkunft. Die Religion dieses Volkes ist der sunnitische Islam.

Die podlachische Ortschaft Kruszyniany ist eines der Zentren des Islams in Polen. Dort befindet sich die älteste Moschee der polnischen Tataren. Letzte Nacht begann für die Muslime der Fastenmonat Ramadan und in dieser Nacht wurde diese historische Moschee von unbekannten Tätern geschändet. An die Außenwände wurden beleidigende Sprüche und Zeichnungen gesprayt. Auf dem nahe gelegenen muslimischen Friedhof wurden rund 30 Grabstätten ebenfalls zerstört und besprayt.

Der Vorfall wird bereits von der Polizei untersucht. Sowohl die Moschee als auch der Friedhof bleiben zunächst geschlossen, damit die Polizei die Spuren sichern kann. Der Sprecher der lokalen Polizeibehörde sagte, es sei noch zu früh, um die Motive der Tätern zu nennen. Er sprach auch sein Bedauern aus, genauso wie der Woiwode von Podlachien. Letzterer betonte, dass derartige Akte von Vandalismus nicht akzeptiert werden könnten und alle möglichen Maßnahmen ergriffen würden, um die Tätern zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Er sagte auch, dass das Ministerium für Verwaltung und Digitalisierung versprochen habe, der Woiwodschaft Gelder für die Beleuchtung des Moscheegeländes zuzuerkennen, um andere potentielle Vandalen abzuschrecken.

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