Änderungen im Mutterschaftgeld für Selbständige

Die Gründung einer eigenen Familie hängt nicht nur mit großen Veränderungen, aber auch – oder für einige, vor allem – mit hohen Kosten zusammen. In vielen Ländern können junge Eltern mit finanzieller Hilfe vom Staat rechnen. So ist es auch in Polen – allerdings sind die Beträge, die die frisch gebackenen Eltern bekommen, viel niedriger. Das polnische Parlament hat nun vor, die Leistungen für selbstständige Mütter zu kürzen. Als Grund dafür wird häufiger Missbrauch genannt.

Der Gesetzesentwurf für Sozialleistungen für junge Mütter, die selbständig sind, ist bereits vom Sejm angenommen worden und wartet nur noch auf die Unterschrift des Präsidenten. Nach den Änderungen sollen Mütter, die ein Gewerbe kürzer als 2 Jahre betreiben, knapp 300 Zloty (ca. 75 Euro) bekommen. Nach Abzug des obligatorischen Beitrages für die Krankenversicherung bleiben knapp 18 Zloty (weniger als 5 Euro) übrig.

Auf die Kritik musste man nicht lange warten. Denn der Betrag sieht für viele sehr gering aus. Denn diese Summe reicht nicht einmal für eine Packung Windeln. Selbständige Frauen fragen, was diese Änderungen mit einer familienfreundlichen Politik zu tun habe, denn diese wird oft von der Regierung propagiert.

Das Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik will beruhigen, die Gesetzesänderung solle als Mittel gegen Betrug wirken. In den vergangenen Jahren ist es vielmals zum Missbrauch gekommen, indem junge, schwangere Frauen Scheinunternehmen gegründet haben, um höhere Leistungen für ihre Kinder zu erschleichen.

Nach der Veröffentlichung erster Artikel zu diesem Thema informierte das Ministerium, dass die minimale Leistung nicht 300, sondern 1000 Zloty (ca. 250 Euro) betragen wird – diese Ergänzung wird aber erst ab dem 1. Januar 2016 gelten.

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