Boykott der Brauerei Ciechan

Vor kurzem startete in Polen eine Kampagne gegen Homophobie, an der neben vielen anderen Promis auch der Boxer Dariusz Michalczewski beteiligt war. Da die konservative Lobby jenseits von Oder und Neiße sehr stark ist, stoßen Michalczewskis Aussagen auf schockierende Resonanz.

Dariusz Michalczewski, seines Zeichens polnischer Boxer, hat sich während einer Veranstaltung dieser Kampagne mit einem Schildchen fotografieren lassen, auf dem zu lesen war: “Ich unterstütze homosexuelle Menschen, weil ich in einem Land leben möchte, in dem meine homosexuellen Freunde nicht diskriminiert werden”. Darauf reagierten, vor allem im Internet, viele Menschen. Auch der Besitzer der Brauerei Ciechan, Marek Jakubiak, leistete seinen Beitrag zur Debatte. Kurz nach Michalczewskis Aussage schrieb er auf Facebook, dass er “dem Michalczewski ein Mutti mit Schwanz, statt mit Brüsten wünscht”, und fügte hinzu, dass die Äußerung des Boxers beweise, dass dieser Sport sehr schädlich für die psychische Gesundheit sei.

Auf eine brisante Debatte diesbezüglich musste man kaum warten. Einer der ersten Kommentare kam vom Kulturcafé “Wrzenie Swiata” aus Warschau. Da wo seit drei Jahren das Bier Ciechan ausgeschenkt worden war, wurde neulich eine öffentliche Veranstaltung organisiert, bei der das Bier von Besitzer Wojciech Tochman und seinen Mitarbeitern ausgeschüttet wurde. Dieses Event sollte ein Zeichen für den Widerstand gegen Homophobie setzen und sich gegen eine beleidigende Sprache in der öffentlichen Debatte wenden. Viele waren dafür, andere haben es als zusätzliche Werbung für die Brauerei gesehen und es dadurch kritisiert.

Da das digitale Gespräch nun in Schwung kam, musste schließlich Marek Jakubiak reagieren. Zuerst löschte er seinen Beitrag auf Facebook und erklärte dann, dass er kein Feind der homosexuellen Bewegung sei. Er wolle dennoch nicht, dass man andere Menschen mit solch geäußerten Einstellungen zu beeindrucken versuche. Er sei als Geschichtsliebhaber bekannt und sehe sich selbst als engagierten “Patrioten”.

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