Chazan kämpft um seinen Posten

Der vor kurzem entlassene Gynäkologe Bogdan Chazan will seinen Posten im Krankenhaus der Heiligen Familie in Warschau wiedererlangen. Heute hat er angekündigt, einen Widerruf gegen die Entscheidung der Warschauer Oberbürgermeisterin Gronkiewicz-Waltz erheben zu wollen.

Bogdan Chazan ist vor knapp drei Wochen von seinem Posten als Krankenhausleiter entlassen worden. Diese Entscheidung traf Oberbürgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz, nachdem Regelwidrigkeiten und Fehler in dem Krankenhaus öffentlich geworden sind. Sie selbst hatte zuerst gezögert, da sie eine enge Bekannte des Arztes ist und äußerst konservative Einstellungen hat. Heute informierte Chazan, einen Widerruf beim Arbeitsgericht einreichen zu wollen.

Eine offizielle Kündigung erhielt der katholische Frauenarzt, der eine legale Abtreibung verweigert haben soll, letzte Woche Montag. Da es sich hier um keine disziplinäre Entlassung handelt, bekommt er noch drei Monate lang – bis Ende Oktober – seine Lohn ausbezahlt. Vor dem Arbeitsgericht kann er entweder um die Rücknahme der Entlassung oder um eine finanzielle Entschädigung kämpfen.

Sein Verteidiger erklärte, der Frauenarzt ist der Ansicht, dass er kein Gesetz gebrochen habe. Chazan habe nach der Ablehnung der Abtreibung seiner Patientin doch eine alternative Einrichtung genannt . Außerdem argumentiert sein Anwalt, dass der Arzt aufgrund der Entlassung wegen seiner Weltanschauung diskriminiert werde. Auch die Schlussfolgerungen des Warschauer Rathauses nach der Kontrolle des Krankenhauses seien widersprüchlich und falsch.

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