Denkmäler für die Opfer von Smolensk und Lech Kaczynski geplant

Das Vorhaben soll nach den Vorstellungen zweier PiS-Abgeordneter mithilfe einer Spendensammlung realisiert werden und im April 2018 abgeschlossen sein. Als Standort ist die Krakauer Vorstadt in Warschau vorgesehen.

Smolensk-Gedenktafel für Lech Kaczynski, Maria Kaczynska und die verunglückten PiS-Abgeordneten

Smolensk-Gedenktafel für Lech Kaczynski, Maria Kaczynska und die verunglückten PiS-Abgeordneten

Am Dienstag gaben Jacek Sasin und Marek Suski, Parlamentarier der Regierungspartei  Recht und Gerechtigkeit (PiS), bekannt, dass der Startschuss für die öffentliche Sammlung am 10. August, dem Gedenktag für die Opfer des Flugzeugabsturzes bei Smolensk, fallen soll. Deren Denkmal und dasjenige des ehemaligen Präsidenten Lech Kaczynski würden dann mit Abschluss der Spendenkampagne zum achten Jahrestag des Unfalls zwischen der Seminarkirche und dem „Haus ohne Ecken“ ihren Platz finden und den zahlreichen Monumenten und Gedenktafeln, die unmittelbar nach der Flugzeugkatastrophe in den Jahren 2010 und 2011 errichtet wurden, ein weiteres Exemplar hinzufügen. Die Finanzierung soll durch die Ausgabe von „Bausteinen“ mit Stückwerten zwischen 10 und 1.000 Zloty erfolgen.

Der anvisierte Standort in der Krakauer Vorstadt ist dabei nach Ansicht der beiden Abgeordneten quasi natürlich vorgegeben, da sich die Trauernden seinerzeit dort einfanden, und durch die Existenz einiger Freiflächen auch technisch realisierbar. Die konkrete Auswahl soll dabei auch von der künstlerischen Gestaltung abhängen, über die in Kürze in einem geschlossenen Wettbewerb befunden werden soll.

Damit wenden sie sich zugleich gegen den Standpunkt der Stadtverwaltung unter Leitung der Politikerin der Bürgerplattform (PO) Hanna Gronkiewicz-Waltz, die sich aufgrund der Stellungnahme des Denkmalpflegers gegen die Aufstellung von Denkmälern in diesem Areal ausgesprochen hat, da es sich dabei um einen geschlossenen Raum ohne Platz für neue Elemente handeln würde. Sie sehen darin bloß den Ausdruck „politischer Böswilligkeit“ und hoffen, die städtischen Behörden „in einem vernünftigen Gespräch“ vom Gegenteil überzeugen zu können. Schließlich könnte die Vereinbarung zur Übertragung von Kompetenzen des Generaldenkmalpflegers auf die kommunale Ebene ja auch widerrufen werden. Eine solche Maßnahme lässt sich nach Sasins Ansicht unter anderem damit begründen, dass der Denkmalschutz in der Hauptstadt aufgrund übermäßiger Eingriffe bei historischen Gebäuden nicht sachgerecht betrieben würde und der dortige Denkmalpfleger vor allem als politischer Beamter fungierte. Als Beispiele nannte er die Errichtung eines Bürogebäudes unweit des Schlossplatzes, die – nach seinen Worten – „Verwüstung“ des Prudential-Hochhauses durch dessen derzeitige Renovierung und den Bau eines Restaurants auf dem Hooverplatz, der das Argument des Platzmangels vollständig widerlegen würde.

Auch der Ausgang der Kommunalwahlen in zwei Jahren soll dabei nicht abgewartet werden, da Jacek Sasin es sechs Jahre nach dem Flugzeugabsturz als vordringlich erachtet, dass auch in Warschau endlich angemessen der Opfer gedacht werden würde – in der Stadt, der sich Lech Kaczynski besonders verbunden gefühlt hätte. Die Forderung nach einem derartigen Erinnerungsort in der Krakauer Vorstadt für 2018 hatte dessen Bruder, der PiS-Vorsitzende Jaroslaw Kaczynski, übrigens schon am 10. April diesen Jahres – dem sechsten Jahrestag des Flugzeugunglücks – in einer Rede vor dem Präsidentenpalast erhoben, woraufhin am 28. April ein Denkmalbauausschuss ins Leben gerufen worden war.

Smolensk-Gedenktafel für Lech Kaczynski, Maria Kaczynska und die verunglückten PiS-Abgeordneten // (cc) Lukas Plewnia [CC BY-SA 2.0] / polen-heute.de

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