Denkmal eines sowjetischen Generals geschändet

In Pieniezno ist das Denkmal des sowjetischen Armeegenerals Iwan Tschernjachowski geschändet worden. Einer der größten und höchst dekorierten Feldherrn der Roten Armee starb 1945 bei der Belagerung von Kaliningrad. In Polen stößt Tschernjachowski besonders bei der Rechten auf Abneigung, die ihn für Verbrechen an polnischen Soldaten verantwortlich macht.

In Pieniezno (dt.: Mehlsack) ist das Denkmal des sowjetischen Armeegenerals Iwan Tschernjachowski geschändet worden. Der jüngste Armeegeneral in der Geschichte der Roten Armee war 1945 von einer deutschen Granate in Mehlsack getötet worden. Zuvor war er zweimal als Held der Sowjetunion ausgezeichnet worden und galt als einer der größten Panzerkommandeure der Sowjetunion. Unter seinem Befehl vertrieb die Rote Armee die deutsche Wehrmacht aus Belarus. Am 01. Juli stürmten Tschernjachowskis Kampfverbände das litauische Vilnius. Vor seinem Tod plante Tschernjachowski den Vorstoß auf Königsberg.

Tschernjachowski nicht unumstritten

Tschernjachowskis Gebeine sind schon seit langem aus Vilnius nach Moskau überführt worden. Auch das Denkmal in Mehlsack, welches nach dem Krieg entstand, war nach dem Ende der Volksrepublik Polen lange Zeit vergessen. Zuletzt hatte es jedoch einige Aufregung um das Ehrenmal gegeben. Anfang des Jahres war es auf Wunsch aus Kaliningrad erneuert worden. Zudem wurde an diesem Wochenende eine Delegation aus der russischen Stadt am Denkmal erwartet. Sie wollte dort an den Tag des Sieges über den Faschismus am 09. Mai erinnern. Die Stadt Mehlsack hatte den Feierlichkeiten zugestimmt, obwohl es Proteste gab. Eine Verlegung des Denkmals nach Russland hatte die russische Regierung jedoch abgelehnt.

Der Vorsitzende der rechtsklerikalen Recht und Gerechtigkeit (PiS) Jaroslaw Kaczynski sagte, dass „der Unterhalt von Denkmälern für Leute, die Verbrecher waren, Polen in einer drastischen Weise beleidige“. Die Rechte wirft Tschernjachowski die Verhaftung und Verschleppung von Soldaten der polnischen Heimatarmee (AK) vor. Das polnische Außenministerium sagte derweil, man verurteile die Verwüstung des Denkmals unabhängig von der Einschätzung der historischen Person Iwan Tschernjachowski.

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