Die „Pille danach” wieder rezeptpflichtig?

Die polnische Regierung hat heute ein Gesetzesvorhaben verabschiedet, nach dem die sogenannte Notverhütung nicht mehr rezeptfrei sein wird. Der Gesundheitsminister kündigte diese Änderung bereits kurz nach seinem Amtsantritt an und begründet dies mit der Möglichkeit des Missbrauches.

Das Medikament „EllaOne“ wird „die Pile danach“ oder „Notfallverhütung“ genannt. Es blockiert oder verspätet den Eisprung, so dass die Schwangerschaft auch nach dem Geschlechtsverkehr ohne Verhütung oder einer Vergewaltigung verhindert werden kann. „EllaOne“ wurde in der Europäischen Union im Jahre 2009 zugelassen und seit 2015 ist es rechtlich erlaubt, das Medikament rezeptfrei zu kaufen. Dies wurde vor knapp zwei Jahren in Polen mit einer Einschränkung zugelassen – sie waren ab dem 15. Lebensjahr erhältlich.

Vor der Zulassung der „Pille danach“ gab es in der polnischen Öffentlichkeit eine heftige Diskussion, ob das richtig und moralisch zulässig sei. Die damalige Regierung unter Ewa Kopacz bestand jedoch auf die Frauenrechte und ließ den rezeptfreien Verkauf des Medikamentes zu. Schon damals gefiel diese Tatsache den Politikern der konservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) nicht. Kurz nach dem Machtwechsel kündigte der neue Gesundheitsminister Konstanty Radziwill an, die Pille „EllaOne“ werde wieder verschreibungspflichtig. Ihm nach werde es nur aus Sorge um die Gesundheit der Frauen gemacht, denn bevor eine – besonders junge – Frau nach der hormonellen Verhütung greift, solle sie dies mit einem Arzt besprechen. Ein Missbrauch könne nämlich schwere Folgen haben, so Radziwill.

Nun werden langsam Worte zu Tatsachen – die Regierung heute ein Gesetzesvorhaben diesbezüglich  initiiert. Das bedeutet jedoch noch nicht, dass die neuen Vorschriften in Kraft treten – diese müssen noch von beiden Parlamentskammern angenommen und vom Präsidenten unterschrieben werden.

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