Ein kämpferisches Volk

Am letzten Samstag zeigte Polen bei der alljährlichen Militärparade seine militärische Stärke. Es flogen auch Kampfflugzeuge über Warschau. Präsident Andrzej Duda nahm die Parade ab. Doch tiefergehende Fragen nach dem Sinn und Zweck des Kriegsgerätes haben sich nur wenige Menschen gestellt.

ArmeeEin kämpferisches Volk, das sind die Polen. Dieses kann man bei der alljährlichen Militärparade beobachten, die in Warschau am Tag der Polnischen Armee veranstaltet wird. Und am letzten Samstag war es wieder so weit. Panzer rollten im Zentrum von Warschau, Kampfflugzeuge flogen über dem polnischen Parlament, kurzum: Polen zeigte seine militärische Macht. Dabei nahmen diesmal auch US-amerikanische Soldaten mit Militärfahrzeugen an der Parade teil. Dieses unterstreicht die Affinität Polens zu den USA.

ArmeeDazu versammelten sich wieder viele Tausend Menschen an der Strecke, um Soldaten und Kriegsgerät zuzujubeln. Präsident Andrzej Duda (Recht und Gerechtigkeit, PiS) hielt eine Rede und nahm die Parade ab. Auf der Ehrentribüne waren neben dem Präsidenten die Premierministerin Ewa Kopacz (Bürgerplattform, PO) und viele anderen führenden Politiker der Landes anwesend.

US-FlaggeNach der Parade trafen sich die militärbegeisterten Polen am Nationalstadion in Warschau. Die Streitkräfte und verschiedene militärische Bildungseinrichtungen haben dort ihre Informationsstände aufgebaut. In meterlange Schlangen mussten Kinder und Erwachsen bei strahlendem Sonnenschein warten, um einmal eine Waffe in der Hand halten zu dürfen oder einen Kalender und Kugelschreiber abzugreifen – die Veranstaltung hatte Volksfestcharakter.

Attraktionen und Fragen nach dem Krieg

Tag der ArmeeHauptspektakel waren die auf dem großen Gelände ausgestellten Militärfahrzeuge. Größtenteils Kinder konnten fühlen wie es ist, auf einem Panzer neben einem Soldaten zu sitzen. Die Militärangehörigen ließen sich auch gerne mit den Kindern ablichten. Hier hat wohl nicht nur ein kleiner Junger den Vorsatz getätigt, er wolle Soldat werden. Eine weitere Attraktion waren mehrere aufgestellte Feldküchen, an denen kostenlos Erbsensuppe ausgeschenkt wurde. Untermalt wurde dieser kulinarische Aspekt mit der Präsentation von Kochkünsten durch Köche der polnischen Armee.

Tag der ArmeeDoch tiefergehende Frage nach Sinn oder Unsinn von Armee und Soldaten stellte sich kaum jemand. Fernsehstationen berichteten von aufgeregten Kindern und begeisterten Erwachsenen, die voller Stolz und Inbrunst ihre Streitkräfte und das eigene Polentum feierten. Die Feststellung, dass die Kriegsmittel zum Töten von anderen Menschen produziert wurden, gehörte zur absoluten Ausnahme. Wird es im nächsten Jahr anders sein? Die Chancen dafür sind wohl eher schlecht.

Tag der Armee

Bild 1: Soldaten auf der Militärparade
Bild 2: Militärparade in Warschau
Bild 3: US-Flagge auf der Militärparade
Bild 4: Besucher der Stände nach der Miltärparade
Bild 5: Kochshow 
Bild 6: Schlange für eine Erbsensuppe
Alle Bilder (cc) Lukas Plewnia / polen-heute.de [CC BY-SA 2.0]

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