Eklat in Warschau

Schon seit Wochen geht es heiß her um die Oberbürgermeisterin Warschaus Hanna Gronkiewicz-Waltz. Das Großprojekt der zweiten Metrolinie stockt – geplant war die Eröffnung Mitte 2012, doch nun soll der zentrale Streckenabschnitt bis Ende 2014 fertig werden. Darüber hinaus ist Warschau zurzeit eine große Baustelle – deswegen sehr stauanfällig. Hinzu kommen die stark gestiegenen Preise für den ÖPNV sowie Fehler bei der Mülltrennung. Nicht verwundert es da, dass innerhalb kürzester Zeit die benötigten 130.000 Unterschriften für eine Volksabstimmung zur Abwahl der Oberbürgermeisterin gesammelt wurden.

Nun braut sich ein weiterer Eklat an – Gronkiewicz-Waltz entschuldigt sich in einem öffentlichen Brief bei den Bürgern der Hauptstadt für die schlechte Einführung der Reform zur Mülltrennung. Der Brief soll gedruckt und an insgesamt 900.000 Bürger Warschaus versandt werden. Doch konterkariert werden die Bemühungen der Oberbürgermeisterin durch die Presse – heute meldeten polnische Medien, dass die Informationskampagne ca. 25.000 Euro kostet. Die hohen Kosten stoßen auf Kritik – steigende Lebenserhaltungskosten, niedrige Einkommen sowie klamme öffentliche Kassen sind mitunter der Auslöser.

So scheint die Abwahl von Gronkiewicz-Waltz immer wahrscheinlicher.

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