Ex-Vizepremier und PO-Mitgründerin Zyta Gilowska verstorben

Gestern ist Zyta Gilowska verstorben. Die Ökonomin war Vize-Ministerpräsidentin in der ersten PiS-Regierung und eine Mitbegründerin der Bürgerplattform.

Am gestrigen Dienstagabend ist Zyta Gilowska, ehemalige Vize-Ministerpräsidentin unter Kazimierz Marcinkiewicz (damals Recht und Gerechtigkeit, PiS), verstorben. Sie wurde 66 Jahre alt. Neben ihrer Funktion als Finanzministerin im Kabinett Marcinkiewicz ist Gilowska auch als Mitgründerin der Bürgerplattform (PO) bekannt. Sie war studierte Ökonomin und lehrte zuletzt als Professorin an der privaten Katholischen Universität in Lublin.

Nach Anfängen in der Kommunalpolitik war Gilowska eine der Mitgründerinnen der Bürgerplattform (PO) und saß für diese 2001 bis 2005 im Sejm. 2005 unterstützte sie Donald Tusk bei der (erfolglosen) Kandidatur für das Präsidentenamt. Die Partei verließ sie jedoch im Streit. Ihr wurde Vetternwirtschaft unterstellt und sie kam einem möglichen Parteiausschlussverfahren durch Austritt zuvor.

2006 wurde sie dann als Parteilose Finanzministerin und Vize-Ministerpräsidentin im Kabinett von Kazimierz Marcinkiewicz. Damit wechselte Gilowska praktisch ins gegnerische Lager von Recht und Gerechtigkeit, PiS. Nach einem halben Jahr musste sie ihre Posten räumen, weil ihr vorgeworfen wurde, sie hätte bei ihrer politischen Biographie gelogen. Unter anderem wurde Gilowska vorgeworfen, unter dem Pseudonym Beata für den kommunistischen Geheimdienst gearbeitet zu haben. In einem anschließenden Gerichtsverfahren wurde sie jedoch freigesprochen. 2007 setzte sie Jaroslaw Kaczynski wieder in ihre Ämter ein. Nach dem Ende der PiS-Regierung wurde sie für ein Jahr wieder einfache Abgeordnete.

Von 2010 bis 2013 war Zyta Gilowska Mitglied im Rat für Geldpolitik, ehe sie aus gesundheitlichen Gründen kürzer trat. Nach der Todesnachricht sprachen bekannte Politiker ihr Mitleid aus. EU-Ratspräsident Donald Tusk twitterte, es sei ein trauriger Tag, weil eine der markantesten Figuren der polnischen Politik fortgegangen sei.

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