Fraktion der Bauernpartei wächst

Partei- und Fraktionswechsel sind in Polen üblich. Jetzt profitiert die mitregierende Bauernpartei: Zwei bekannte Politiker wollen zu ihr wechseln. John Godson und Ludwik Dorn haben sich zuvor in anderen Parteien einen Namen gemacht.

PSL-Logo im Sejm // (cc) <a href="https://www.flickr.com/photos/lplewnia/" rel=nofollow>Lukas Plewnia / polen-heute.de</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" rel=nofollow>CC BY-SA 2.0</a>] / FlickrDass Politiker die Partei oder die Parlamentsfraktion wechseln, ist in Polen keine Seltenheit, sondern gang und gäbe. Selbst prominente Politiker haben meist schon eine imposant lange Liste an Parteizugehörigkeiten aufzuweisen. Oftmals sind die Wechsel taktischer Natur oder Folge eines persönlichen Zerwürfnisses zwei Rivalen in einer Partei – der Verlierer muss sich dann ein neues Revier suchen. Oftmals dient ein Parteiwechsel auch nur kurz- oder mittelfristigen Zielen, etwa um aussichtsreiche Listenplätze vor Wahlen zu ergattern. Parteiloyalität spielt in Polen eine viel geringere Rolle als in Deutschland.

Im Moment scheint sich auch die Parteienstruktur in Polen wieder neu zu ordnen. Nach dem Entstehen einer neuen rechten Oppositionsfraktion, erhält nun die Fraktion der Bauernpartei (PSL) prominenten Zuwachs: John Godson hat seinen Beitritt erklärt und Ludwik Dorn hat das Angebot erhalten, in die Fraktion einzutreten. Godson war einst Mitglied der regierenden Bürgerplattform (PO), musste dort aber gehen, weil er sich in weltanschaulichen Fragen zu konservativ gezeigt hatte. Ludwik Dorn ist einer der Gründer der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) und war während der PiS-Regierungszeit Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident. Er hat sich jedoch vor einiger Zeit mit PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski überworfen.

Auch bei Janusz Korwin-Mikke gibt es Neuigkeiten: Am 05. Januar wurde er als Vorsitzender des von ihm gegründeten Kongress der Neuen Rechten (KNP) abgelöst. Vorausgegangen waren interne Personalquerelen. Kurze Zeit später trat Korwin-Mikke dann aus dem KNP aus und kündigte die Gründung einer neuen Partei an, der Koalition zur Erneuerung der Freiheit und Hoffnung der Republik. Auf Polnisch wird dieses Wortungetüm passenderweise als KORWiN abgekürzt.

Bild: PSL-Logo im Sejm // (cc) Lukas Plewnia / polen-heute.de [CC BY-SA 2.0] / Flickr

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