Ist Polen ein Krypto-feindliches Land?

Bei der Republik Polen handelt es sich um eines der größten europäischen Länder; bevölkerungsmäßig befindet man sich im weltweiten Ranking auf Platz 36. Ein derart großes Land benötigt also auch immer wieder neue Finanztechnologien, damit der wirtschaftliche Zustand erhalten bleiben kann. Man möchte auch nicht als altmodisch abgestempelt werden.

Warsaw SpireDas heißt, heutzutage geht es auch darum, sich mit dem Thema Kryptowährung zu befassen. Doch hier sind die Polen noch skeptisch. Man könnte fast meinen, es handle sich hier um ein kryptofeindliches Land.

Wer die Dienste von Kryptobörsen oder News Spy in Anspruch nimmt, der sollte sich im Vorfeld mit der polnischen Gesetzeslage auseinandersetzen. Nur so kann am Ende eine böse Überraschung vermieden werden.

Der Kampf gegen die Kryptowährungen

Bereits im Mai 2018 hat die polnische Finanzaufsichtsbehörde (kurz: KNF) mit einer nationalen Werbekampagne darauf aufmerksam gemacht, wie gefährlich ein Investment in den Kryptomarkt werden kann. Mit Blick auf die damalige Entwicklung – der gesamte Markt befand sich in einer Abwärtsspirale, so verlor der Bitcoin nur im Jahr 2018 rund 80 Prozent seines Werts – mag die kritische Haltung natürlich nachvollziehbar gewesen sein. Jedoch war nach dem Ende der Kampagne, die sechs Monate gedauert hat, klar, dass die speziellen Werbespots, die über unzählige Internetkanäle ausgestrahlt wurden, durchaus einen entsprechenden Effekt auf die polnischen Anleger wie Sparer haben würden. Des Weiteren gab es auch eigene Informationsbroschüren, die sodann an Geschäftsstellen (Zentren), Hochschulen oder auch vor Beginn des ICO ausgegeben wurden.

Aufgrund der Tatsache, dass die lokalen Finanzaufsichtsbehörden Investitionen in den Kryptomarkt als eher kritisch sehen und hier eine ablehnende Haltung eingenommen haben, werden jedoch sogenannte Blockchain-Start ups unterstützt. So hat die KNF etwa Anfang 2019 den Start ups Bitclude und Coinquista staatliche Lizenzen ausgestellt.

Die Blockchain-Technologie wird also von Seiten der polnischen Regierung begrüßt. Hier gibt es keine kritischen Worte. Das ist auch der Grund, warum es immer mehr Start ups gibt, die damit liebäugeln, ihren Standort auf polnischen Boden zu verlagern. Denn Polen bietet staatliche Zahlungen (also Stipendien) an, um nicht nur neue Start ups gewinnen zu können, sondern auch mehr noch in Richtung der Blockchain-Forschung zu gehen.

Steuersatz liegt bei 19 Prozent

Vergangenes Jahr kam es schließlich auch im Bereich der Kryptowährungen zu Neuerungen, die jedoch – freundlich formuliert – nicht gerade als einen Vorteil bezeichnet werden können.

Denn von Seiten des polnischen Finanzministeriums wurde mitgeteilt, die Besteuerung sämtlicher Transaktionen mit Kryptowährungen, ganz egal, ob man einen Verlust oder Gewinn erzielt, auszusetzen. Das hat zu Beginn für Verwirrung gesorgt. Somit schritt die polnische Regierung zur Tat und hat es sich selbst zur Aufgabe gemacht, eine langfristige Lösung zu erarbeiten.

Dem Präsidenten wurden unterschiedliche Paragrafen zur Unterzeichnung vorgelegt. Bei einem Abschnitt ging es etwa darum, dass Transaktionen, die von einer digitalen zu einer anderen digitalen Währung durchgeführt werden, nicht einkommensteuerpflichtig sind. Geht es jedoch darum, „digitale Anlagen als Ware, Dienstleistungen, Eigentumsrecht oder Zahlungsinstrument“ zu nutzen, fällt ein Steuersatz von 19 Prozent an. Das heißt, ein Einkommen, das durch den Verkauf einer digitalen Währung entsteht, wird genauso behandelt wie ein Gewinn, der durch eine anderen Investition verbucht werden konnte. Für Unternehmen und Privatpersonen gelten dieselben Steuersätze. Das waren aber nicht die einzigen Änderungen.

Solidaritätssteuer beträgt 4 Prozent

Die Leidtragenden sind die polnischen Investoren. So müssen diese nicht nur sämtliche Krypto-Käufe im Zuge der Steuererklärung angeben, sondern können auch Verluste, die in Zusammenhang mit den digitalen Währungen stehen, nicht mehr durch Einnahmen kompensieren, die durch andere Aktivitäten erzielt werden konnten. Des Weiteren sind die Kosten, die im Rahmen der Krypto-Transaktionen entstanden sind, ebenfalls von den anderen Kosten zu trennen. Zudem gibt es noch die Solidaritätssteuer. Diese wird etwa dann fällig, wenn das Einkommen über einer Million Zloty liegt. In diesem Fall ist eine Gebühr von 4 Prozent an die Regierung zu entrichten.

Es geht aber auch anders – das hat etwa der Senator Wyomings/USA unter Beweis gestellt. Denn hier sind alle Steuern auf Kryptowährungen erlassen worden. Ein ähnlicher Plan wird auch in Spanien verfolgt.

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