Kirche nach Zwangsschließung wieder offen

Die zu Ostern geschlossene Kirche in Jasienica wurde heute wieder zum Gottesdienst geöffnet. Erzbischof Hoser präsentierte der Gemeinde einen neuen Pfarrer. Der abgesetzte kritische Geistliche Wojciech Lemanski wurde dagegen in ein Neurozentrum versetzt.

Die Kirche in der Gemeinde Jasienica, die im April 2014 auf Geheiß des Erzbischofs Henryk Hoser schließen musste, ist heute wieder geöffnet worden. Hoser hatte das Gotteshaus kurz vor Ostern abriegeln lassen, weil der dortige Pfarrer Wojciech Lemanski trotz Verbot weiter Gottesdienste abhielt. Lemanski war mit Hoser in Konflikt geraten und bereits ein knappes Jahr vorher seines Amtes enthoben worden.

Wojciech Lemanski hatte sich unter anderem auf seinem Blog, aber auch im Fernsehen kritisch zur Haltung der Kirche in bioethischen Fragen geäußert. So kritisierte er die strikte Ablehnung der In-vitro-Fertilisation und der Abtreibung. Seiner Ansicht nach müsste die Kirche mehr Verständnis für diese Dinge und die Leute, die sie nutzten, haben. Zusätzlich hatte Lemanski Hoser vorgeworfen, sich ihm gegenüber ungebührlich verhalten zu haben. Daraufhin wurde ihm die Erlaubnis entzogen, weiterhin einer Gemeinde vorzustehen.

Konflikt gelöst?

Weil Lemanski allerdings weiter in Jasienica blieb und von seiner Gemeinde unterstützt wurde, zog Hoser am Palmsonntag 2014 die Notbremse. Nach nun hundert Tagen wurde die Kirche wieder eröffnet und ein neuer Pfarrer eingesetzt. Dieser wurde vom Großteil der Gemeinde mit Applaus aufgenommen. Der kritische Teil der Gemeinde, der weiter hinter Lemanski steht, blieb aus Protest dem Gottesdienst fern und saß lediglich vor der Kirche. Doch die Stimmen für Lemanski scheinen weniger zu werden. Viele Gemeindemitglieder sind einfach nur froh, dass wieder Gottesdienste abgehalten werden.

Wojciech Lemanski hat derweil bereits ein neues Amt erhalten. Er hat die Versetzung in ein neuropsychatrisches Zentrum für Kinder und Jugendliche in der Region Masowien (um Warschau) akzeptiert. Dort wird er oberster Seelsorger. Damit ist der Konflikt wohl zu Gunsten von Erzbischof Henryk Hoser gelöst.

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