Komplexes Gutachten in Smolensk-Frage

Am Freitag hat die Militärische Staatsanwaltschaft ein mehrteiliges Experten-Gutachten zur endgültigen Klärung der Frage nach den Ursachen der Katastrophe von Smolensk veröffentlicht. Die Staatsanwaltschaft wird nun das Dokument genau analysieren. Es soll einer der letzten Beweise in dieser Frage sein.

Die Militärische Staatsanwaltschaft leitete die Ermittlungen bereits am Tag der Katastrope, d.h. am 10. April 2010 ein. Es soll die Frage des fahrlässigen Verursachens eines Todesunfalls im Luftraum geklärt werden. Im Jahr 2011 wurde ein über zwanzigköpfiges Team von Gutachtern berufen, in dem sich die Experten aus mehreren Bereichen zu bestimmten Fragen äußern sollten. Zu den Untersuchungsthemen gehörten unter anderem: die Rekonstruktion des Fluges von Tu-154M, die Funktionstüchtigkeit des Regierungsflugzeuges, die Vorbereitung der Besatzung der Maschine, der Umfang der meteorologischen und navigatorischen Sicherung sowie die Arbeit der entsprechenden Dienste auf dem Flughafen in Smolensk.

Nun wird die umfangreiche Expertise von der Militärischen Staatsanwaltschaft gründlich analysiert. Der Staatsanwalt muss bewerten, ob das Gutachten vollständig ist und ob es als Beweis in der Ermittlung dienen kann. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft schätzt, dass die Analyse ca. zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen wird. Einige Journalisten vertreten die Meinung, dies werde der letzte Beweis bei der Klärung dieser Frage sein.

Wrack immer noch in Russland

Obwohl einige meinen, dass das Dokument der letzte Beweis in der Ermittlung sein soll, ist das wohl wichtigste Beweisstück immer noch nicht in polnischen Händen. Das Wrack des verunglückten Flugzeugs Tu-154M, in dem unter anderem der damalige Präsident Polens Lech Kaczynski ums Leben gekommen ist, befindet sich immer noch in Russland. Die dortige Staatsanwaltschaft betonte schon mehrmals, die Restteile der Maschine könnten der polnischen Seite zurückgegeben werden, wenn die russischen Ermittlungen beendet werden.

Im Februar schickte das polnische Außenminsterium eine diplomatische Note in der Frage der Rückgabe des Wracks nach Moskau. Das russische Amt hat sich verpflichtet, auf diese bis Ende März zu antworten. Dabei betonte die polnische Seite, die Rückgabe solle bereits nach der Beendigung der Untersuchungen erfolgen und nicht erst nach dem Ende der Ermittlungen. Gleichzeitig behauptet jedoch die polnische Staatsanwaltschaft, ihre eigenen Ermittlungen ohne die Rückgabe des Wracks beenden zu können.

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