Kritik an Zentraler Prüfungskommission

Die Oberste Kontrollkammer kritisiert die Arbeit der Zentralen Prüfungskommission. Laut der Kontrollkammer wurde das System jahrelang nicht geprüft, weswegen es in diesem mehrere „Löcher“ gebe. Darüber hinaus würden die Tests und Prüfungen nicht richtig erstellt und viel zu oft falsch bewertet.

Das Ziel der Obersten Kontrollkammer (NIK) war die Bewertung, wie gut das System der Zentralen Prüfungskommission für die Schulen in Polen funktioniert. Die Kontrollen wurden im Hauptsitz der Prüfungskommission in Warschau sowie in fünf weiteren Bezirkskommissionen (unter anderem in Krakau und Posen) durchgeführt. Diese Inspektion fiel nicht gut aus – das seit Jahren unveränderte und nicht geprüfte System funktioniere an vielen Stellen falsch.

Zu den Einwänden der Kontrollkammer gehört die nicht richtige Art und Weise, wie Tests und Prüfungen erstellt werden. Dies betrifft die Abschlussprüfungen für Grundschüler und Gymnasiasten (das Gymnasium ist in Polen die Mittelstufe für Schüler im Alter zwischen 13 und 16 Jahren) sowie das Abtiur. Außerdem werden die Prüfungskommissionen nur schwach oder überhaupt nicht kontrolliert. Dies führt dazu, dass unter den Prüfern sowohl wirklich kompetenten als auch unzuverlässigen Personen sind. Die Oberste Kontrollkammer bemerkt ebenso, dass das seit 15 Jahren funktionierende Prüfsystem nicht ein Mal bewertet wurde und die Zentrale Prüfungskommission seit etwa sechs Jahren eine ihrer Hauptaufgaben nicht erfülle, nämlich die alljährliche Bewertung der Arbeit der Prüfer.

Falsch bewertete Prüfungen

Eine beunruhigende Schlussfolgerung von NIK ist die Tatsache, dass sehr viele Examenskandidaten Anträge stellen, um ihre Prüfungen noch ein Mal kontrollieren zu lassen, was sehr oft zu recht geschieht. Jede vierte der wiederholt kontrollierten Arbeiten wurde nämlich falsch benotet. Dabei wurden die anderen Prüfungen der verantwortlichen Prüfer nicht erneut verifiziert. Die Prüfer wurden auch nicht zur Rechenschaft gezogen, durften sogar aus der entsprechenden Datenbank nicht gelöscht werden und weiter Prüfungen kontrollieren. Kritisiert werden auch die zu lösenden Aufgaben für die Examen – für diese bestanden nur in den Jahren 2009 bis 2014 neun verschiedene Prozeduren.

Der Vorsitzende der Zentralen Prüfungskommission Marcin Smolik ist von dem Ergebnis der Kontrollen nicht überrascht. Er sagte in einem Fernsehinterview, die Prüfungskommission wisse Bescheid, wie die idealen Abläufe aussehen und sie würden ständig daran arbeiten, um das entsprechende Niveau zu erreichen. Er betonte ferner, dass da, wo Menschen sind, es auch immer Fehler geben werde.

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