Kukiz vs. ONR – Zoff im rechten Lager?

Auch der rechte Rockmusiker Pawel Kukiz ist Opfer einer Abhöraktion geworden. Er hat den Chef des rechtsextremen Nationalradikalen Lagers beleidigt. Nun steht seiner Parlamentsfraktion eine Spaltung bevor.

Auf der Facebook-Seite „Kukiz hat uns verraten“ ist ein Tondokument aufgetaucht, das Pawel Kukiz in Bedrängnis bringen könnte. Der rechte Rockmusiker, der mit seiner Kukiz’15-Bewegung überraschend den Einzug ins Parlament schaffte, ist bekannt für klare Worte. Außerdem ist er bekannt für seine streng rechte, nationalistische Haltung und fehlende Zimperlichkeit. Für seinen Wahlsieg ist er einen Pakt eingegangen: Er hat rechtsextremen Kadern z.B. aus dem Nationalradikalen Lager (ONR), der Nationalen Bewegung (RN) oder der Allpolnischen Jugend Mandate und damit Gelder verschafft.

Doch auf dem besagten Tondokument zieht Kukiz über Artur Zawisza, den Vize-Chef der Nationalen Bewegung, her. Kukiz belässt es nicht nur bei derben Beschimpfungen von Zawisza. Er nennt zudem die Mitglieder des ONR „Psychopaten“, bei denen er „die Krätze kriegen“ könnte, wenn sie davon sprächen, Juden oder Muslime ermorden zu wollen. Die Führung des ONR hat eine Entschuldigung von Kukiz verlangt und ihre Mitglieder zum Austritt aus der Kukiz-Fraktion im Sejm aufgerufen.

Betroffen wären fünf Abgeordnete der 38-köpfigen Fraktion. Der Chef der Nationalen Bewegung, Robert Winnicki, ein führender Kopf im rechtsextremen Lager, hat bereits seinen Austritt angekündigt. Die übrigen vier Abgeordneten verbleiben zunächst in der Fraktion, spekulieren aber wohl auf einen Rauswurf. So könnte es zu einem ersten großen Riss in der extrem rechten Fraktion kommen. Wird es nur dabei bleiben?

Anmerkung: Liebe Leser, im Originaltext hieß es, Artur Zawisza sei Chef des ONR. Dies ist nicht korrekt. Er ist Vizevorsitzender der Nationalen Bewegung. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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