Kundgebungen „Alle für die Freiheit“ in vielen polnischen Städten

Am Samstag, 4. Juni erinnerte die Bürgerbewegung KOD mit Demonstrationen an die ersten (halb-)freien Wahlen im Jahr 1989. Die Angaben zur Zahl der Teilnehmer variieren.

Polnische FlaggeDie Bürgerbewegung KOD (Komitee zur Verteidigung der Demokratie), die sich im November 2015 als liberale Opposition zur Politik der alleinregierenden PiS formiert hatte, organisierte am Jahrestag der Wahlen vom 4. Juni 1989 in zahlreichen polnischen Städten Umzüge.

An diesem Tag hatten die Kommunisten in Verhandlungen am Runden Tisch zugestanden, 35 Prozent der Sitze im Sejm und sämtliche Sitze im neu zu schaffenden Senat frei wählen zu lassen. Schon im ersten Wahlgang fielen der Solidarność bis auf eines, sämtliche anderen möglichen Mandate zu, während die Kommunisten und die Blockparteien die festgeschriebene parlamentarische Dominanz erst in der zweiten Runde mithilfe einer Wahlrechtsänderung sicherstellen konnten. Letztere ermöglichte es der Opposition wegen ihres Seitenwechsels dann allerdings zwei Monate später die Regierung zu übernehmen.

Manifestationen gab es unter anderem in Krakau, Stettin, Kielce und Radom sowie in Brüssel und Berlin. Die größte Kundgebung fand dabei in Warschau statt, wo die Veranstalter die Teilnehmerzahl mit 80.000 veranschlagten. Die hauptstädtische Polizei, die damit erneut deutlich von diesen Schätzungen abweicht, spricht dagegen nur von 10.000 Demonstranten. Darunter befanden sich auch zwei ehemalige Präsidenten der Republik, Bronislaw Komorowski und Aleksander Kwasniewski. Sie erinnerten in ihren Reden daran, dass der Weg zur polnischen Freiheit oft schmerzhaft gewesen sei und dass der polnische Patriotismus und die europäische Zukunft zusammengehören würden.

Bild: Polnische Flagge // (cc) Lukas Plewnia [CC BY-SA 2.0] / polen-heute.de/Flickr

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