Manipulation beim Autokauf

Die Tachomanipulation blüht jenseits von Oder und Neiße gerade bei Gebrauchtfahrzeuge aus Ländern wie Deutschland. Doch wie können sich die Käufer gegen das illegale Spiel wehren? 

Polnische Straße„Fahr nach Polen, dein Auto ist schon da“ ist ein alter, wenn auch unschöner Witz über den östlichen Nachbarn. Im Gegensatz zu diesem vorurteilbehafteten Witz ist Polen eine aufstrebende stolze Wirtschaftsnation, in der Straftaten oft mit der gleichen Unnachgiebigkeit verfolgt werden wie in den westlichen Industrieländern.

Um so mehr verwundert eine in den polnischen Medien verbreitete Nachricht: Experten schätzen, dass sogar bis zu 90 Prozent der importierten Gebrauchtfahrzeuge manipuliert sein könnten. Dabei geht es um die Absenkung des Zählerstandes. Damit wirkt das Auto neuwertiger und kann somit zu einem höheren Preis den Besitzer wechseln.

Der Gebrauchtwagenmarkt ist in Polen verhältmäßig groß. Die Polen kaufen gerne gebrauchte Fahrzeuge. Das liegt auch an den im europäischen Schnitt niedrigen Löhnen, die zu einem relativ niedrigen Lebensstandard führen. Gerne genommen werden zudem gebrauchte Autos aus dem europäischen Ausland wie Deutschland. Die Importe gelten als gut erhalten und gepflegt. Darüber hinaus sei die Abnutzung aufgrund der guten Straßenverhältnisse nicht so groß wie in Polen, sagen Experten.

Polizei machtlos

Jedoch sind die guten gebrauchten Fahrzeuge augenscheinlich doch nicht so gut erhalten. Laut Zeitungsberichten blüht die Dienstleistung der Tachomanipulation. Bei beliebten Modellen soll die „Verjüngung des Autos“ wenige Minuten dauern. Bei anderen Modellen dauert es bis zu einer Stunde.

Helfen kann sich der Käufer gegen solche Betrügereien nur selbst, in dem er das Fahrzeug vor dem Kauf begutachten lässt. Denn eine Garantie oder Gewährleistung gibt es in der Regel nicht. Dem illegalen Treiben einen Riegel vorschieben kann man auch nicht: Die Polizei nimmt Anzeigen gegen Tachomanipulationen nicht entgegen, da ein entsprechendes Gesetz fehlt.

Straße in Warschau // (cc) Lukas Plewnia / polen-heute.de [CC BY-SA 2.0] / Flickr

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