Nach Grubenunglück: Geschäftsführer entlassen

Nach dem Grubenunglück in Myslowice, bei dem ein Arbeiter starb und ein weiterer vermisst wird, gibt es erste Konsequenzen: Der Geschäftsführer des Bergwerks muss gehen. Derweil kommen die Rettungskräfte kaum voran.

Nach der Katastrophe im Bergwerk Myslowice-Wesola (Schlesien) vor etwas über einer Woche sind erste Konsequenzen gezogen worden: Der Geschäftsführer der Grube ist entlassen worden. Allerdings will die Kattowitzer Kohle Holding (KHW) diese Entscheidung offiziell nicht in Zusammenhang mit dem Unglück bringen. So heißt es, dem Geschäftsführer gehe es körperlich nicht gut.

Zu dem Grubenunglück war es am 06. Oktober 2014 gekommen. In etwa 660 Meter Tiefe ereignete sich vermutlich eine Methangasexplosion. 37 Bergmänner befanden sich in dem betroffenen Gebiet. 36 konnten sich ins Freie retten, von denen 31 ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Ein 26-jähriger Minenarbeiter starb später an seinen Verletzungen, zwei weitere sind in sehr kritischem Zustand.

Kaum Hoffnung auf Rettung

Derweil mussten sich die Rettungskräfte, die nach dem noch vermissten Bergmann suchen, am Morgen wieder einmal zurückziehen. Bis zu dem vermissten Minenarbeiter sind es nur geschätzte 140 Meter, allerdings ist der Weg dahin beschwerlich. Erst am Dienstag hatten die Helfer nach mehrfachen Unterbrechungen wieder anfangen können, Wasser aus den betroffenen Stollen abzupumpen. Immer wieder jedoch mussten sie wegen der Anreicherung giftiger Gase die Arbeit einstellen. Neben dem Wasser und den Gasen sind auch die vom Zusammenbruch bedrohten Gänge eine Herausforderung. Hoffnung auf Rettung des Vermissten besteht nach zehn Tagen kaum noch.

Was genau geschehen ist, soll eine Kommission demnächst herausfinden. Dabei soll auch geklärt werden, ob das Unglück hätte verhindert werden können. Zeitungen vermuten bereits, dass den Betreibern der Mine die erhöhte Gefahr einer Methangasexplosion bekannt gewesen war.

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