Nationalisten gegen Regenbogen

Heute hat der Wiederaufbau der am 11. November – Tag der Unabhängigkeit – zerstörten Installation am Erlöserplatz in Warschau begonnen. Das Werk von Julita Wojcik, genannt „Warschauer Regenbogen“, wurde von den Nationalisten während einer Demonstration verbrannt. Nun versuchen sie, den Wiederaufbau des Kunstwerkes zu verhindern. 

Der Wiederaufbau begann am Mittag. Nachdem auf den Erlöserplatz die Arbeiter mit den Metallteilen ankamen, folgte ihnen eine Gruppe von protestierenden Nationalisten. Ihr Anführer, Krzysztof Bosak, betonte von Anfang an, dass dieser Protest einen friedlichen Charakter habe.

Die Nationalisten sind gegen die Rekonstruktion des Kunstwerkes, weil es ihrer Meinung nach für Homosexualität steht – das Symbol dieser sexuellen Minderheit ist ja die regenbogenfarbene Fahne. Sie wollen nicht, dass ein solches Symbol im Zentrum der polnischen Hauptstadt steht.

Kontroversen um den Regenbogen

Die Protestierenden haben die Arbeiten an dem Wiederaufbau dermaßen gestört, dass die Polizei intervenieren musste. Im Endeffekt wurden 25 Personen zur Polizeiwache gebracht. Zwei von ihnen werden Angriff auf die Polizisten vorgeworfen, die anderen müssen mit Strafen für die Ordnungsstörung und Gefährdung des Straßenverkehrs rechnen.

Die Installation stand zunächst vor dem Gebäude des Europäischen Parlaments in Brüssel, erst nach einiger Zeit wurde sie in Warschau aufgebaut. Der Warschauer Regenbogen wurde mehrmals in Brand gesetzt, aber erst am 11. November 2013 völlig verbrannt. Die Verluste wurden damals auf ungefähr 18.000 Euro geschätzt. Die Warschauer Bürgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz kündigte an, das Kunstwerk werde so oft repariert und wieder aufgebaut, wie es nötig sei.

Die Installation soll zum 1. Mai 2014 fertig sein, zum 10. Jubiläum des Eintritts Polens in die EU.

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