Neues Programm für Familien mit schwerkranken Kindern

Die polnische Regierung arbeitet an einem neuen Projekt zur Unterstützung polnischer Familien. In dem Programm „Für das Leben“ wird geplant, dass die Familien, die sich dafür entscheiden, ein Kind mit einer schweren Krankheit oder Behinderung zur Welt zu bringen und es groß zuziehen, eine finanzielle Unterstützung von 1.000 Euro bekommen. Das gesamte, komplexe Gesetz soll bis zum Ende des Jahres verabschiedet werden.

Elzbieta RafalskaDie Regierung erstellte den Gesetzesentwurf, über den der Sejm weiter beraten wird. Die Politiker der regierenden Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) planen, eine einmalige finanzielle Unterstützung von 4.000 Zloty (etwa 1.000 Euro) festzulegen. Diese Beihilfe soll den Familien zustehen, die sich dafür entscheiden, ein schwer krankes oder behindertes Kind nicht abzutreiben, sondern zu gebären und groß zuziehen. Das sei aber erst der erste Schritt zu einem komplexen Unterstützungsprogramm für derartige Familien, so der Regierungssprecher Rafal Bochenek.

Familien mit schwer kranken Kindern kommentieren diese Idee eher negativ. Die meisten sind der Meinung, dass diese Art von Unterstützung lächerlich sei, denn schwer kranke Kinder benötigen viel mehr Geld und Hilfe. Eine einmalige Beihilfe löst so gut wie keine Probleme und wird die Polinnen nicht dazu ermuntern, sich für die Geburt eines behinderten Kindes entscheiden.

Familienministerin Elzbieta Rafalska sagte, sie verstehe, dass kein Geld das Leiden einer Familie mit einem schwer kranken Kind lindern wird. Aber die Regierung gebe sich Mühe, ein richtiges Unterstützungsprogramm zu entwickeln und die Beihilfe nach der Geburt soll nur ein Teil davon sein. Weiter vorgesehen sind unter anderem auch erweiterte medizinische Leistungen. Rafalska betonte, dass die Regierung den polnischen Familien zeigen wolle, dass sie an die Familien und ihr Wohl denke und sich darum kümmere.

Bild: Elzbieta Rafalska // (cc) P.Tracz/KPRM [Public Domain Mark 1.0] / Flickr

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