Piatek als neuer Held

Bisher wurde der Deutsche Robert Lewandowski in der polnischen Nationalmannschaft als großer Torheld gefeiert. Nun geht sein Kollege Krzysztof Piatek ins Rennen und begeistert kontinuierlich die Fußballnation.

Schalke wird sich diesen verpassten Wechsel noch lange vorhalten. Der polnische Fußballer Piatek räumt derzeit in seinem Heimatland ab und verwandelt die Bälle in sagenhafte Tore. Doch eigentlich sollte der dortige Nationalspieler seinen Verein AC Mailand für einen angedachten Wechsel verlassen und in dem deutschen Verein seine Chance erhalten.

Allerdings war das Interesse des damaligen Sportsvorstandes Christian Heindl eher geringer Natur. Ohne sich dem Thema näher zu widmen, lehnte er den möglichen Neuzugang ab. Ein Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte. Die Trefferquote des 23-jährigen Spielers ist so enorm hoch, dass sich auch die Fußball-Wetten entsprechend lukrativ gestalten. Da müssen Ronaldo und Co. sich warm anziehen, um dem polnischen Fußballgott effektiv entgegentreten zu können.

Im vergangenen Spiel in Wien zwischen Polen und Österreich feierte er einen wahren Torrausch. Auch Lewandowski zeigt sich vom jungen Stürmer mehr als begeistert und sieht in dem Können mehr als nur ein reguläres Talent. Das spricht auch für den gestiegenen Marktwert, den sich der junge Spieler erarbeitet hat. Ausgehend von einem ehemaligen Wert von einer halben Million schaffte es Piatek in nur zwei Jahren zu einer Ablösesumme von 35 Millionen Euro.

Langfristiges Engagement

Fünf Jahre lang wird der polnische Nationalspieler nun beim AC Mailand kicken. Bis zum Sommer 2023 wird er im europäischen Verein sein Können unter Beweis stellen und seinen unglaublich gestiegenen Kaufwert rechtfertigen. Als sein vorheriger Verein Genua dem Fußballclub KS Cracovia den Stürmer abkauften, flossen lediglich 4 Millionen Euro. Eine geringe Summe, wenn man sich die derzeitig starke Leistung des Stürmers ansieht.

Mit dem neuen Vertrag wachsen aber auch die Hoffnungen. Denn seine bisherige Leistung basiert auf dem klassischen Nummer-Neun-Prinzip. Neun Tore in acht Spielen ohne Hilfe. Eine Quote, die kaum zu halten ist, doch der AC Mailand glaubt an den Lauf des jungen Stürmers. Schewtschenko sieht das polnische Naturtalent bereits als seinen legitimen Erben, der ein gutes Ballgefühl an den Tag legt und das Kombinationsgeschick zwischen Fuß und Kopf aufweist.

Dilemma für die polnische Nationalelf

Piatek wird neben Lewandowski zu den drei wichtigsten Stürmern weltweit gezählt. Für den Nationaltrainer Jerzy Brzeczek ein Dilemma, das ihn vor eine schwierige Wahl stellt. Soll Lewandowski wieder aufgestellt werden oder doch eher mit Pitaek neuer Wind in den Kader kommen? Zudem ist Lewandowski der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft und ebenfalls als Stürmer eingestellt. Auf wen die Entscheidung fällt, ist noch unklar. Noch bleiben Brzeczek einige Monate, um über die endgültige Besetzung der Nationalmannschaft zu entscheiden.

Für den Spieler selbst ist der rasend schnelle Erfolg immer noch kaum zu fassen. Doch im Gegensatz zu anderen Spielern, denen der Erfolg in jungen Jahren zu Kopf stieg, weiß Pitaek, seine Chancen richtig einzuordnen. Negative Presse sucht man vergebens und man stößt eher auf Loblieder auf die Neuentdeckung des polnischen Fußballs. Bleibt zu hoffen, dass der kometenhafte Aufstieg auch in der folgenden Weltmeisterschaft anhält und Polen zum Sieg führt – sofern Pitaek seine Aufstellung erhält natürlich.

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