Polen steht Kopf – positives Konsumklima

Polen ist in der größten Staatskrise seit 1989, doch das scheint die Polen nicht zu kümmern. Die Regierung wird unterstützt und die Konsumlaune ist auf einem hohen Niveau.

Sejm-Flagge // (cc) Lukas Plewnia / polen-heute.de [CC BY-SA 2.0] / FlickrAls außenstehender Beobachter kommt man aus dem Staunen kaum raus, wenn man zum polnischen Nachbarn schaut. Offensichtlich befindet sich das Nachbarland in einer der schwersten Staatskrisen seit dem Beginn der Transformation. Das Verfassungsgericht ist durch die Regierung praktisch entmachtet worden, letzte Woche gab es zumindest einen mutmaßlich durch die Regierungspartei inspirierten oder bedingten Betrug bei einer neuralgischen Abstimmung im Sejm (polnisches Parlament).

Darüber hinaus schlingert die Regierung vor allem bei wichtigen „weltanschaulichen“ Fragen. Die religiöse Rechte ist unzufrieden, da sie die Abtreibungsgesetze nicht weiter verschärfen kann. Hinzu kommt Smolensk: Vor den Wahlen tönte der heutige Verteidigungsminister Antoni Macierewicz (Recht und Gerechtigkeit, PiS) von Bomben, die an Bord der Präsidentenmaschine im Landeanflug auf Smolensk explodiert sein sollen, jetzt hört man nichts mehr von dieser Seite. Die „Wahrheitsfindung“ gestaltet sich in der dafür eingesetzten „Expertengruppe“ intransparent, was vorher auch ein Argument der heute regierenden PiS gegenüber der staatlichen Kommission zur Aufklärung des Unglückes war.

In den letzten Tagen und Monaten mussten wir jedoch über alle Medien hinweg lesen, das die Umfragewerte für Recht und Gerechtigkeit weiter auf einem sehr hohem Niveau sind. Heute berichteten die Medien von einem Anstieg des polnischen Konsumklimaindexes (BWUK). Die Polen schauen somit positiv in die Zukunft und das ist Öl für die Wirtschaft. Doch wann wird die Stimmung kippen?

Bild: Sejm-Flagge // (cc) Lukas Plewnia / polen-heute.de [CC BY-SA 2.0] / Flickr

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