„Polen und Deutsche. Geschichten eines Dialogs“ im Bundestag

Bundestagspräsident Lammert und Sejmmarschall Kuchciński eröffneten die Ausstellung „Polen und Deutsche. Geschichten eines Dialogs“  aus Anlass des 25. Jahrestags der Unterzeichnung des Nachbarschaftsvertrags. Die Gestaltung rief Irritationen hervor.

BundestagIm Rahmen der Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum des Vertrages über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit, den Deutschland und Polen am 17. Juni 1991 unterzeichnet haben, eröffneten die Parlamentspräsidenten beider Staaten in den Räumlichkeiten des Bundestages in Berlin die Ausstellung „Polen und Deutsche. Geschichten eines Dialogs“.

Verantwortlich für die Konzeption ist das Warschauer Museum für die Geschichte Polens, Auftraggeber sind das polnische Außenministerium sowie das polnische Parlament (Sejm). Dessen Marschall, Marek Kuchcnski, sprach während der Eröffnungsveranstaltung von einem bewegenden Moment. Dies rief nun den Widerspruch des CSU-Abgeordneten Hartmut Koschyk hervor, seines Zeichens Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und Mitglied des Bundes der Vertriebenen.

Er verwahrte sich in einem Brief an Bundestagspräsident Norbert Lammert dagegen, dass in einem Gebäude des „Hohen Hauses“ die Geschichte falsch dargestellt würde. Allgemein bemängelte er, dass in der Ausstellung allein die polnische Sichtweise wiedergegeben würde, die deutsche Seite nicht einbezogen worden wäre. Im speziellen Fokus von Koschyks Kritik steht vor allem, dass die Rolle der Gewerkschaft Solidarnosc im Transformationsprozess und die Person ihres damaligen Vorsitzenden Lech Walesa ausgespart würden, obwohl der Friedensnobelpreisträger einer der Protagonisten des Dialogs zwischen Deutschen und Polen gewesen ist.

Er widersprach damit der Begründung von Museumsdirektor Robert Kostro, der einen entsprechenden Beitrag Walesas negierte und stattdessen den früheren Staatspräsidenten Lech Kaczynski und die derzeitige Ministerpräsidentin Beata Szydlo in den Vordergrund stellen ließ. Koschyk warnte gegenüber der linksliberalen überregionalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza davor, sich wie zu Beginn der 1980er Jahre in Deutschland erneut daran zu versuchen, die Bedeutung der Solidarnosc herunterzuspielen. Des Weiteren stieß er sich an einem Hinweis in der Ausstellung, dass allein die polnische Seite bisher sämtliche Verpflichtungen erfüllt habe, die sich in der Frage der Minderheitenrechte aus dem Nachbarschaftsvertrag ergeben.

Bild: Bundestag  // (cc) Lukas Plewnia / polen-heute.de [CC BY-SA 2.0] / Flickr

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