Politiker gegen Korwin-Mikke

Der ultrarechte Politiker Janusz Korwin-Mikke ist für seine umstrittenen Aussagen und Ansichten wohl bekannt. Diesen verdankt er einen immer breiteren Anhängerkreis, aber auch immer mehr politische Feinde. Durch seine letzten Auftritte in den Medien, in denen er Adolf Hitler verteidigt und Frauen sowie Vergewaltigungsopfer beleidigt hat, sprechen sich die Politiker verschiedener Parteien gegen ihn aus.

Der Vorsitzende der Neuen Rechten, Janusz Korwin-Mikke, ist als „politischer Sonderling“ in Polen bekannt. In den Medien ist er für seine radikalen Ansichten und verachtende Einstellung gegenüber Frauen und Behinderte berüchtigt. Seine letzte Aussage, dass Adolf Hitler vom Holocaust nichts gewusst haben sollte, verursachte eine Lawine von Kommentaren und heftigen Diskussionen.

Der ultrarechte Politiker sagte in einem Interview, es fänden sich keine direkten Aussagen von Hitler über den Holocaust. Wenn heute ein Prozess gegen den Führer stattfinden würde, müsste er freigesprochen werden. Des Völkermords beschuldigt Korwin-Mikke die nächsten Mitarbeiter Hitlers, die ihm keine genauen Informationen erteilt haben sollten – darunter SS-Führer Heinrich Himmler.

Die Partei von Jaroslaw Gowin – Polen Zusammen – hat angekündigt, Klage bei der Staatsanwaltschaft gegen Korwin-Mikke zu erheben. Auf einer Pressekonferenz im Sejm haben die Politiker der Partei Gowins entsprechende Zitate aus dem Gesetz über das Institut für Nationales Gedenken vorgestellt. Laut diesen droht denjenigen, die die Verbrechen aus der nationalsozialistischen oder stalinistischen Zeit leugnen, eine Geldstrafe oder sogar bis drei Jahre Haft. Außerdem wurden mehrere Aussagen Hitlers zitiert – als Bestätigung, dass er sich der Verbrechen gegen die Menschheit bewusst war.

Frauen raten von Stimmen für die Neue Rechte ab

Auch bei Frauen erfreut sich Janusz Korwin-Mikke keiner großen Beliebtheit. Der Vorsitzende der Neuen Rechte hat Frauen mehrmals in öffentlichen Aussagen beleidigt, zum Beispiel durch die Ansicht, Frauen sollten kein Wahlrecht haben. Einige bezeichnen seine Meinung in Frauenfragen als „Ansichten aus dem 19. Jahrhundert“. In einem der letzten Fernsehinterviews hat er eine Aussage über Vergewaltigungen gemacht, die viele Opfer eines derartigen Verbrechens sowie viele Frauen allgemein sehr verärgert hat. Er sagte nämlich, dass Frauen immer vortäuschten, dass sie Hemmungen vor einem Geschlechtsakt hätten.

Deswegen forderten heute im Sejm die Kandidatinnen verschiedener Parteien die Wähler auf, ihre Stimmen nicht für die Neue Rechte und Korwin-Mikke abzugeben. An der Konferenz im polnischen Parlament nahmen unter anderem die Vizevorsitzende des Sejms Wanda Nowicka, Danuta Hübner von der regierenden Bürgerplattform und Malgorzata Winiarczyk-Kossakowska vom Bund der Demokratischen Linken (SLD) teil. Sie betonten, dass der rechte Politiker eine rote Karte in der Politik und Medien verdient hätte.

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