Putin schlug Tusk angeblich Teilung der Ukraine vor

Im US-Magazin Politico spricht der ehemalige Außenminister Radoslaw Sikorski über ein angebliches Angebot Wladimir Putins zur Aufteilung der Ukraine. Sikorski wirft Russland zudem „Neo-Imperialismus“ vor.

Polnische Medien berichten heute über einen Artikel des US-amerikanischen Magazins Politico. In dem Text des Autors Ben Judah wird der ehemalige polnische Außenminister Radoslaw Sikorski mehrfach zitiert. Dabei wird der heutige Sejm-Marschall als Kronzeuge einer „neo-imperialen“ Politik Russlands herangezogen.

Polen habe schon ab Mitte 2013 mit der Annexion der Krim durch Russland gerechnet, so Sikorski. Erste Pläne zu einer „Invasion der Ukraine“ hätten bereits 2008 im Kopf von Russlands Präsident Wladimir Putin bestanden. Damals habe Putin dem frisch gebackenen polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk angeboten, die Ukraine zwischen Russland und Polen aufzuteilen.

Tusk geht auf „Angebot“ nicht ein

Der Kremlchef habe laut Sikorski ein Engagement des polnischen Militärs in der Ukraine vorgeschlagen. Auch soll er Lemberg (Lwow/Lwiw) eine polnische Stadt und die Ukraine einen „künstlichen Staat“ genannt haben. Sikorski zufolge habe Donald Tusk auf dieses „Angebot“ allerdings nicht reagiert, weil er gewusst habe, dass er abgehört werde.

Inwiefern diese Aussagen wirklich von Sikorski stammen (und ob sie überhaupt stimmen), ist nicht ganz sicher. Anfragen von Journalisten an das polnische Außenministerium, ob die Zitate autorisiert seien, blieben heute unbeantwortet. Zu Sikorski, der kein ausgewiesener Russlandfreund ist, sondern als Scharfmacher in den polnisch-russischen Beziehungen gilt, könnten sie jedoch passen.

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