Regierung und Opposition mit Kopf-an-Kopf-Rennen

In der letzten Umfrage vor der obligatorischen Wahlruhe in Polen liefern sich Regierungspartei und Opposition ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Bürgerplattform liegt noch immer einen Punkt hinter Recht und Gerechtigkeit. Darüber hinaus haben nach der Erhebung nur Sozialdemokraten, Bauernpartei und die extreme Rechte eine Chance nach Straßburg zu fahren.

Heute ist die letzte Wahlumfrage vor der in Polen obligatorischen Wahlruhe erschienen. Bis zur Abstimmung am Sonntag sind ab jetzt weder Wahlkampf noch demoskopische Erhebungen erlaubt. In der Umfrage, die Millward Brown für Fakty TVN erstellt hat, liefern sich die regierende Bürgerplattform (PO) und die oppositionelle Recht und Gerechtigkeit (PiS) ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die liberalkonservative PO erreicht demnach 28 Prozent, während die rechtsklerikale PiS um einen Prozentpunkt besser dasteht (29%).

Nur fünf Parteien mit Chancen?

Abgesehen von den beiden führenden Parteien in Polen sind noch der Bund der Demokratischen Linken (SLD) mit neun Prozent, der Kongress der Neuen Rechten (KNP) mit sieben Prozent und die Bauernpartei PSL mit sechs Prozent im neuen Europaparlament vertreten. Der Erfolg der Neuen Rechten könnte mit den umstrittenen Auftritten ihres Vorsitzenden Janusz Korwin-Mikke zusammenhängen. Der ultrarechte Politiker fiel zuletzt mit relativierenden Aussagen zu Adolf Hitler und dem Holocaust auf. Eine Klage, die gegen ihn eingereicht worden war, ist jedoch inzwischen aus formalen Gründen abgewiesen worden. Zwar habe Korwin-Mikke „die Unwahrheit gesagt“, allerdings sei die Aussage nicht im Zuge des Wahlkampfs gefallen, so das Gericht. Der Kläger, die Partei von Ex-Justizminister Jaroslaw Gowin, will dagegen Widerspruch einlegen.

Wie sich die Polen am Sonntag wirklich entscheiden werden, ist aber weiterhin offen. Erst vor kurzem titelte Zeit Online „Europas größte Fans wollen nicht wählen“. Tatsächlich könnten eine niedrige Wahlbeteiligung und die in Polen üblichen Überraschungen noch für einiges Verwundern sorgen.

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