Robert Lewandowski kämpft wieder einmal um seine Freigabe

In München herrscht große Aufregung. Der Grund dafür ist im polnischen Superstürmer des FC Bayern München zu suchen. Der gilt neben den Feuerwerkskörpern für Silvester, als bekanntester Exportschlager Polens. Doch jetzt strebt er offenbar seinen Abgang noch in diesem Sommer an und stürzt damit den deutschen Meister in eine Stürmerkrise. Die Vereinsbosse sind von diesem Vorhaben naturgemäß wenig begeistert, schließlich sicherte die Tormaschine Lewandowski in der Vergangenheit zahlreiche Titel faktisch im Alleingang.

Nicht nur Ehrenpräsident Uli Hoeneß schließt einen Verkauf kategorisch aus, schließlich läuft der Vertrag des Stürmers noch ein Jahr. Doch laut Lewandowskis Berater Pini Zahavi hat der Torschützenkönig bereits mit dem FC Bayern abgeschlossen. Damit werden Erinnerungen an die Vergangenheit wach, schließlich versuchte der Pole schon mehrfach seinen jeweils aktuellen Verein frühzeitig zu verlassen. Nun droht dem FC Bayern München neuerlich ein zäher Kampf um seinen besten Spieler.

Das Spiel ist eröffnet

Das Ringen um eine Vertragsverlängerung von Fußballern wird gerne mit mentalen Spielen wie dem Poker und Schach verglichen. Das überrascht nicht, schließlich kommt es auch bei Vertragsverhandlungen auf einige grundsätzliche Regeln an, die jeder Teilnehmer befolgen sollte. Diese ähneln Spielen, bei denen es auch darauf ankommt, den Gegner zu analysieren und seine weiteren Züge vorauszuahnen. Dieses gegenseitige Abtasten lässt sich in mehrere Schritte unterteilen. Zunächst geht es darum, den Wert dessen zu kennen, was man in der Hand hält. Wer beim Pokern mit einem Royal Flush spielt, ist unbesiegbar und kann das Blatt so einsetzen, dass man das beste Resultat für sich erzielen kann. Verhandlungspartner sind daher gefordert, ihre Fähigkeiten punktgenau einzusetzen.

Wer jetzt den passenden Zug ausführt, ist im Vorteil. Die Wahl des richtigen Arguments ähnelt der Wahl des richtigen Spielers im entscheidenden Moment am Fußballplatz. Nur wer die Reaktion der Gegner in seine Strategie einbindet, kann entsprechend agieren. Insofern unterscheidet sich eine Vertragsverhandlung nicht von Schach, denn auch dort geht es darum die Züge des Gegenübers zu verstehen. Mit der richtigen Eröffnung, voller Konzentration und Flexibilität können nicht nur Spieler, sondern auch Verhandler ihre Ziele erreichen.

Robert Lewandowski und sein Berater wissen um ihren Wert für den Verein und setzen dieses Wissen derzeit gezielt ein. Der Verein neigt allerdings gerne dazu bei Verhandlungen Emotionen ins Spiel zu bringen. Das kann für den Deutschen Meister gefährlich werden. Wie wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, enden überbordende Emotionen zumeist in einer Sackgasse ohne Einigung.

Gefühle wirken sich darauf aus, ob Verhandlungspartner im Gespräch einen Mehrwert erzielen oder nicht. Nur wer diese gezielt einsetzt, kann etwas erreichen. Das muss auch das Ziel des Vereins sein, schließlich spricht die Erfolgsbilanz des polnischen Stürmers für sich. Lewandowski wurde die letzten fünf Jahre durchgehend Torschützenkönig der Deutschen Fußball-Bundesliga. Mit 35 Treffern erzielte er in der gerade abgelaufenen Saison das zweitbeste Ergebnis seiner Karriere. Der beste Stürmer der Welt ist weiterhin der zentrale Erfolgsgarant des Vereins, der sich ohnehin in einer Minikrise befindet. Ein Abgang Lewandowskis würde zweifellos eine Lücke reißen, die der Deutsche Meister nicht so schnell füllen könnte.

Geld oder Image?

Robert Lewandowski muss sich allerdings die Frage gefallen lassen, ob ein Wechsel zum FC Barcelona tatsächlich eine kluge Entscheidung wäre. Eine hohe Gage allein reicht nicht aus, um den Status als bester Stürmer der Welt aufrechtzuerhalten. Schließlich befindet sich der legendäre spanische Klub in einer schweren Krise. Diese zeigt nicht nur finanziell, sondern auch sportliche Auswirkungen. Die Beispiele von Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und zuletzt Kylian Mbappé beweisen, dass selbst die besten Spieler der Welt nur dann auf dem Platz glänzen können, wenn das Gesamtpakt stimmt. Im Falle von Lewandowski war der FC Bayern München perfekt auf ihn abgestimmt. Die Spielweise des FC Bayern München garantierte ihm jene Vorlagen, die er aufgrund seiner Stärke perfekt zu verwerten wusste. Doch das könnte sich in Barcelona sehr schnell zu seinem Nachteil entwickeln.

Andererseits hat Lewandowski mit dem FC Bayern München sportlich alles erreicht, was er sich gewünscht hat. Nach unzähligen Meistertiteln und dem Gewinn der UEFA Champion League dürfte ihn der bekannteste Fußballverein der Welt reizen. Schließlich bietet ihm der FC Barcelona die Chance, sich noch einmal in neuer Umgebung zu beweisen. Mit fast 34 Jahren möchte Polens Fußball-Superstar scheinbar seinen Traum vom Wechsel nach Spanien im zweiten Anlauf realisieren. Nach dem vor einigen Jahren gescheiterten Transfer zu Real Madrid drängt Lewandowski nun darauf, seinen Traum wahrzumachen.

 







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