Smolensk: Duda wirbt um Verständnis für Staatsanwaltschaft

Präsident Andrzej Duda hat die Staatsanwaltschaft im Streit um die Exhumierung von Smolensk-Opfern unterstützt. Die Familienangehörigen sollten Verständnis für das Vorgehen haben. Die Staatsanwaltschaft habe begründete Zweifel an den bisherigen Ermittlungsergebnissen.

Polnische FlaggeIn den Streit um die Exhumierung der Opfer des Flugzeugabsturzes von Smolensk hat sich nun Staatspräsident Andrzej Duda eingeschaltet. Weil sich einige Familien wehren, dass ihre verstorbenen Angehörigen Spielball politischer Interesse werden, muss das Staatsoberhaupt das Vorgehen der Staatsanwaltschaft begründen.

Er könne die betroffenen Familien nur um Verständnis für die Arbeit der Staatsanwaltschaft bitten, so Präsident Andrzej Duda. Er könne ihren Schmerz nachvollziehen, weil er zwar keinen Angehörigen, aber auch einen engen Freund – den damaligen Präsidenten Lech Kaczynski – verloren habe. Als Jurist wisse er jedoch auch, dass die Vorschriften in Polen seit langem so seien, dass die Staatsanwaltschaft begründeten Zweifeln nachgehen müsse. Dies könne dann eine Exhumierung von verstorbenen Opfern bedeuten. Im Fall Smolensk habe die Staatsanwaltschaft wohl begründete Zweifel an den bisherigen Ermittlungsergebnissen.

Angehörige wehren sich

Doch gerade diese begründeten Zweifel sind ein Zankapfel. Denn viele Angehörige der Opfer glauben nicht an die von der regierenden Recht und Gerechtigkeit (PiS) verbreitete Theorie eines Anschlags auf die Präsidentenmaschine. Sie sind sich sicher, dass die Maschine in Folge eines falschen Anflugs auf den Flughafen von Smolensk im Nebel zerschellt ist. Diese Familien wollen einen Schlussstrich unter die Geschichte ziehen und Ruhe für sich und ihre Angehörigen finden.

Doch daraus wird wohl vorerst nichts, denn die Staatsanwaltschaft beharrt auf ihrem Standpunkt. Sie hat sich für die Exhumierung und Untersuchung aller Opfer entschieden, die beim Unglück von Smolensk nicht verbrannt sind. Zuerst soll das Präsidentenpaar Lech und Maria Kaczynski, das unter der Wawelburg in Krakau liegt, exhumiert werden – voraussichtlich am 14. November. Nach der Untersuchung der sterblichen Überreste soll es aber wohl kein zweites Staatsbegräbnis, sondern eine „schlichte Feierlichkeit mit Familienangehörigen“ geben, will das polnische Radio aus Kreisen des Staatspräsidenten erfahren haben.

Bild: Polnische Flagge // (cc) Lukas Plewnia [CC BY-SA 2.0] polen-heute.de/Flickr

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