Streik der Krankenschwestern

Polnische Krankenschwestern protestierten heute vor dem Sitz der Premierministerin. Sie finden die bisherigen Vorschläge des Gesundheitsministeriums nicht ausreichend und fordern mehr Unterstützung – sonst müssen die polnischen Patienten bald ohne professionelle medizinische Pflege leben.
Die streikenden Krankenschwestern fordern von der Regierung und vom Gesundheitsministerium, dass sie in das Vertragssystem des Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ) integriert werden und dass bei jeder medizinischen Leistung eine konkrete Anzahl an Krankenschwestern und Hebammen bestimmt wird. Dies soll als Mittel zur Gewährleistung der Sicherheit sowohl für Patienten, als auch Ärzte und Krankenschwestern dienen.

Des Weiteren fordern die Krankenschwestern Lohnerhöhungen. Das soll Sie auch ermuntern, in Polen zu bleiben und nicht wegen der besseren Verdienste zu emigrieren. Außerdem kann dies den Status dieses Berufs wieder erhöhen, so dass wieder mehr junge Menschen sich für eine Ausbildung als Krankenpfleger und Krankenschwester entscheiden. Aktuell liegt das Durchschnittsalter in dieser Berufsgruppe bei 48 Jahren. Das bedeutet wiederum, dass die Anzahl der Krankenschwestern sich Jahr für Jahr verringert.

Die Vorsitzende der Gesamtpolnischen Gewerkschaft der Krankenschwestern und Hebammen (OZZPiP) Lucyna Dargiewicz kommentierte den bisherigen Vorschlag des Gesundheitsministeriums. Laut diesem sollen ab September nur die Krankenschwestern mit einer Erhöhung rechnen, deren Auftraggeber einen Vertrag mit dem NFZ im Bereich der Krankenhausbehandlung haben. Die Krankenschwestern, die beispielsweise in allgemein-medizinischen Praxen tätig sind, sollen keine Erhöhung erhalten.

Die Gespräche zwischen Regierung und Krankenschwestern dauern schon seit einigen Wochen. Heute überreichten Sie der Premierministerin einen Bericht über die aktuelle Lage der Krankenpflege in Polen. Die Krankenschwestern drohten heute auch mit einem landesweit streiken ab September.

 

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