Tag der Polnisch-Ungarischen Freundschaft

Lengyel, Magyar – kèt jó barát: Pole und Ungar sind zwei Freunde. So beginnt auf Ungarisch der bekannte Spruch über die polnisch-ungarische Freundschaft, die seit Jahrhunderten besteht. Um die guten Verhältnisse zwischen Polen und Ungarn zu feiern und zu vertiefen, wird seit einigen Jahren in beiden Ländern am 23. März der Tag der Polnisch-Ungarischen Freundschaft begangen.

Beata Szydlo und Viktor OrbanZu kaum einem Land hat Polen seit Jahrhunderten so gute Beziehungen wie zu Ungarn, obwohl sie Sprachen aus zwei verschiedenen Sprachfamilien sprechen. Vielleicht liegt das daran, dass die beiden Ländern über Jahrhunderte gemeinsame Herrscher hatten oder sich vor den beiden Weltkriegen in ähnlichen Situationen befanden und um Unabhängigkeit kämpfen mussten. Beide Länder gehörten ebenfalls in der Zeit des Kalten Krieges zum Ostblock und sogar jetzt wird die polnische Politik der ungarischen immer ähnlicher.

In beiden Sprachen existiert auch ein Sprichwort, dass die polnisch-ungarischen Beziehungen bildlich beschreibt. Die sinngemäße Übersetzung lautet: Pole und Ungar sind zwei Brüder (oder Freunde), sowohl im Kampf, als auch bei Wein. Diese Freundschaft der beiden Nationen wird auch seit einigen Jahren offiziell gefeiert – beide Länder haben im Jahr 2007 den 23. März zum „Tag der Polnisch-Ungarischen Freundschaft“ ernannt. Es ist vielleicht kein staatlicher Feiertag, nichtsdestotrotz werden in beiden Ländern vor allem kulturelle Veranstaltungen organisiert.

Gegenseitige Staatsbesuche

Aus diesem Anlass stattete der polnische Präsident Andrzej Duda samt seiner Ehefrau bereits letzte Woche der ungarischen Hauptstadt Budapest einen Besuch ab. Das polnische Staatsoberhaupt nahm unter anderem an der Eröffnung der Museumsausstellung über Beziehungen zwischen Budapest und Krakau im Mittelalter teil. Darüber hinaus gab es Plenargespräche unter Führung der polnischen und ungarischen Präsidenten. Duda führte auch Gespräche mit dem ungarischen Premierminister Viktor Orban und legte Blumen am Grab des unbekannten Soldaten nieder.

In Polen wurde dieser Tag unter anderem in Kattowitz, Bromberg sowie Ostroleka gefeiert. In Kattowitz wurde beispielsweise ein Festival der ungarischen Filme veranstaltet. In Bromberg fanden kulturelle Veranstaltungen (z.B. Ausstellungen) an der Kazimierz-Wielki-Universität Bromberg mit dem Ehrenkonsul von Ungarn statt. In Ostroleka dagegen begannen die offiziellen Feierlichkeiten unter dem Denkmal des Helden beider Nationen – Jozef Bem. Als Gast erschien dort auch der Sekretär der ungarischen Botschaft in Warschau. Bei allen Veranstaltungen wurde die Bedeutung der Freundschaft betont sowie die Tatsache, dass derartige freundschaftliche Beziehungen es zwischen keinen anderen europäischen Ländern gäbe.

Bild: Beata Szydlo und Viktor Orban // (cc)  P.Tracz/KPRM [Public Domain Mark 1.0] / Flickr

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