Tödliche Unfälle auf der Jagd

In Polen gibt es geschätzt rund 300.000 Jäger. Immer wieder kommt es durch deren Unachtsamkeit oder Unbesonnenheit zu tödlichen Unfällen. Die Gazeta Wyborcza fordert daher nun strengere ärztliche Kontrollen der Jäger.

Polen ist nicht unbedingt dafür bekannt, ein Land der Waffenträger zu sein. Anders als in den USA ist der häusliche Waffenbesitz auch nicht üblich. Dennoch – auch zwischen Oder und Bug gibt es über 116.000 im Jagdverband organisierte und möglicherweise bis zu 150.000 unabhängige Jäger, die mit Schießeisen durch die Wälder ziehen, wie die Gazeta Wyborcza heute vorrechnet. Immer wieder kommt es dabei zu Unfällen durch unachtsamen und unbesonnen Waffengebrauch. Jährlich sterben dabei einige Menschen – die genaue Zahl ist unbekannt.

Erst jüngst verblutete ein 21-Jähriger auf dem Rücksitz eines Autos, nachdem sich in mehreren hundert Meter Entfernung ein Schuss aus der Waffe eines Jägers gelöst hatte. Offenbar hatte sich der Jäger nicht an die Regel gehalten, nach dem Abstieg vom Hochsitz das Magazin aus dem Gewehr zu nehmen. Die Tageszeitung führt noch weitere Beispiele an, etwa wie Jäger ihren eigenen Sohn oder ein Liebespaar im Mais für Wildschweine hielten. Einige dieser Fehlschlüsse endeten ebenfalls tödlich.

Strengere Kontrollen gefordert

Viele Gerichtsverfahren gegen Todesschützen sind aber immer wieder eingestellt worden und lediglich als „unglückliche Unfälle“ deklariert worden. Daher fordert die Gazeta Wyborcza nun strengere ärztliche Kontrollen, vor allem zur Augenkraft und zum geistigen Zustand der polnischen Jäger. Wer in Polen Jäger werden will, muss 18 Jahre alt sein und eine Waffenerlaubnis von der Polizei erhalten. Dabei werden auch psychologische und ärztliche Atteste eingeholt. Nach der Zulassung sind allerdings nur noch jährliche Schießtests gefordert, weitere ärztliche Untersuchung etwa zur Sehkraft sind nicht mehr erforderlich.

Ob der Bericht der Gazeta Wyborcza Konsequenzen haben wird, darf bezweifelt werden. Die Forderung nach kontinuierlichen ärztlichen Untersuchungen scheint vernünftig, steht aber momentan nicht auf der Tagesordnung. Der Sprecher des polnischen Jagdverbandes ließ sich mit den Worten zitieren, die Menschen würden Jäger ungerechtfertigterweise immer nur als Mörder ansehen, dabei würde man sich vor allem um die Entwicklung und den Schutz der Umwelt kümmern.

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