Uber in Polen – Aufstand der Taxifahrer

Mit der Smartphone-App Uber kann man sich jetzt auch in Warschau privat durch die Stadt fahren lassen. Wie in anderen Städten ruft das den Protest der Taxifahrer auf den Plan. Sie befürchten Umsatzeinbuße und eine Entwertung ihres Berufsstandes. Der Konflikt könnte sich in den nächsten Monaten zuspitzen.

Uber ist jetzt auch in Polen gestartet, genauer gesagt: in Warschau. Uber ist eine Online-Plattform, über die Mietwagen vermittelt werden. Seit einiger Zeit ist es damit auch möglich, per Smartphone-App von Privatpersonen angebotene Dienstleitungen zur Fahrgastbeförderung in Anspruch zu nehmen. Uber, das Unternehmen aus Kalifornien, ist bereits in über 40 Ländern aktiv und hat mit Warschau nun auch die erste Stadt in Polen erobert.

Uber traf aber schon in Berlin und in anderen Großstädten auf erbitterten Widerstand, vor allem von Taxifahrern. In der deutschen Hauptstadt hat der regierende Senat den Dienst sogar zunächst verboten, per Eilantrag darf Uber aber momentan noch weiter angeboten werden.

Auch in Polen hat das Städtische Taxiunternehmen, wie die Vereinigung der Warschauer Taxifahrer heißt, Uber scharf kritisiert. Die Taxifahrer befürchten eine Entwertung ihres Berufsstandes. Wenn Privatpersonen günstigere Dienstleistungen in der individuellen Personenbeförderung anbieten, dann würden die Taxifahrer hohe Umsatzeinbußen erleiden. Das Geschäft der Taxifahrer sei bereits jetzt sehr hart umkämpft. Das Monopol sei die einzige Sicherheit für funktionierende Taxidienstleitungen. Am heutigen Mittwoch sollen Überlegungen angestellt werden, ob es eventuell zu Streiks und Straßenblockaden durch Taxifahrer wie im Juni in London kommen soll.

Negative Kritik, aber auch Zustimmung

In Polen gibt es zudem kritische Stimmen, die fragen, ob Uber überhaupt mit polnischem Recht vereinbar sei. Für die Personenbeförderung ist eigentlich eine Zulassung erforderlich, wie sie nur ausgebildete Taxifahrer haben. Außerdem seien Fragen der Sicherheit und Leistungen im Schadensfall nicht endgültig geklärt, auch wenn Uber versichert, dass jede Fahrt versichert sei.

Es gibt aber auch positive Meinungen zu Uber in Polen. Viele freuen sich, endlich günstiger und vielleicht auch stressfreier durch die Stadt fahren zu können. Warschaus öffentlicher Nahverkehr raubt einem bisweilen schon die Nerven, auch die Straßen sind oft überfüllt. Durch Uber bestehe die Hoffnung, dass sicher weniger Menschen in der Auto ein Auto anschaffen und so die Straßen entlasten. Andere Kommentatoren freuen sich über das möglicherweise bevorstehende Ende der Monopolstellung der Taxifahrer. Vor einigen Monaten erst war der damalige Justizminister Jaroslaw Gowin mit dem Versuch, diesen und andere Berufszweige zu deregulieren, gescheitert. Uber könnte das Werk nun zumindest bei den Taxifahrern vollenden.

Noch lässt sich nicht absehen, wie Uber in Polen genutzt werden wird. Wahrscheinlich ist, dass es durchaus eine kleine Fangemeinde gewinnen wird, sollte es zugelassen bleiben. Ein Verbot des Online-Dienstes wie in Berlin scheint zunächst eher unwahrscheinlich. Wie groß der Effekt von Uber auf das Taxigewerbe dann sein wird, wird sich in den nächsten Monaten zeigen – auch ob es zu einem größeren Konflikt führen wird. Eine Lösung für die Probleme des öffentlichen Nahverkehrs in Polen ist Uber aber mit Sicherheit nicht.

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