Zweites Smolensk?

Am letzten Freitag verunglückte das Fahrzeug des polnischen Präsidenten Andrzej Duda. Niemand wurde verletzt, doch schon ranken sich Verschwörungstheorien um den Unfall. Die Frage wird gestellt: Kann so ein Unfall überhaupt passieren?

Andrzej DudaKundige Beobachter der polnischen Politik und Gesellschaft wissen, dass sich in beiden Bereichen Verschwörungstheorien fest verankert haben. Beispielhaft dafür steht das Flugzeugunglück von 2010, damals starben beim Landeanflug auf den Militärflughafen bei Smolensk der polnische Präsident und viele andere wichtige Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft. Bisher ranken sich einige Verschwörungstheorien um den Flugzeugunfall, die überwiegend durch die Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) forciert werden.

Am Freitagnachmittag passiert nun wieder das Undenkbare: Auf einer Autobahn im Süden Polens kam ein Wagen der Fahrzeugkolonne des Präsidenten Andrzej Duda von der Straße ab und landete im Graben. Im Innern saß der Präsident. Niemand ist zu Schaden gekommen, da abseits der Straße keine Bäume oder andere Hindernisse waren. Als Grund für das Unglück wird ein Reifenplatzer angenommen.

Platzt der Reifen einer Präsidentenlimousine?

Verschwörungstheoretiker in Polen fragen sich nun: Kann so ein Unfall überhaupt geschehen? Fakt ist, zum Unfall kam es auf gerader Strecke, auf einer relativ neuen Autobahn. Die Fahrzeugkolonne fuhr zwar schnell, aber das Fahrzeug überschlug sich nicht nach dem Reifenplatzer. Doch die drei Tonnen schwere Limousine des Präsidenten hat Spezialreifen, die eigentlich nicht aus heiterem Himmel platzen. Darüber hinaus lässt sich so ein Fahrzeug sogar nach einer Reifenpanne über mehrere Kilometer nach vorne bewegen und sollte eigentlich nicht im Graben landen.

Deswegen wird der Vorfall nun gründlich überprüft, obwohl nichts auf einen Anschlag hindeutet. Offenbar war die Wartung und Kontrolle des Fahrzeuges nicht ausreichend. Näheres erfährt die Öffentlichkeit wohl nach genaueren Untersuchungen. Doch es könnte der Rechten in Polen nützen, sollten sich Gerüchte über einen Anschlag in der Gesellschaft verfestigen.

Bild: Andrzej Duda // (cc) Lukas Plewnia / polen-heute.de [CC BY-SA 2.0] / Flickr

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